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Mettmann
Mettmanner Familie wagt sich mit eigener Kunst in die Öffentlichkeit

Mettmann: Mettmanner Familie wagt sich mit eigener Kunst in die Öffentlichkeit
Alice (l.) und Elisabeth Lohr stellen zusammen im Carpe Diem aus. Die Werke sollen die Besucher erfreuen. FOTO: Dietrich Janicki
Mettmann. Ausstellungs-Premiere im Seniorenpark Carpe diem: Alice Lohr hatte zuvor an einem Workshop teilgenommen. Von Thomas Peter

Es ist für beide eine Premiere: Alice Lohr und ihre Schwiegermutter Elisabeth Lohr stellen zur Zeit ihre bildende Kunst im Senioren-Park Carpe Diem aus. Bislang hatte lediglich Elisabeth Lohr an einer kleinen Gemeinschaftsausstellung in Dortmund teilgenommen. An die Möglichkeit, mit ihren Bildern an die Öffentlichkeit zu gehen, hatte Alice Lohr lange Zeit gar nicht gedacht. "Auch wir freuen uns, dass wir Sie ausstellen dürfen", sagt Einrichtungsleiter Volker Paikert. Alle drei Monate gibt es im Carpe Diem eine neue Kunstausstellung, nur einen Tag dazwischen sind die Wände im Erdgeschoss leer. "Auf diese Weise können unsere Bewohner am Leben der Außenwelt teilnehmen", sagt Paikert. Und auch Menschen, die nur zu Besuch kommen, erfreuten sich an den Bildern. Zur Vernissage war das hauseigene Café-Restaurant "Vier Jahreszeiten" gut besucht. Elisabeth und Alice Lohr konnten sich also einer breiten Öffentlichkeit vorstellen und ein wenig über ihre Motivation und Arbeitsweise verraten. "Ich male seit dem Jahr 2000", erklärt Elisabeth. Mit der Pensionierung habe sie plötzlich Zeit gehabt und so sei ein schöner Teil des Lebens gekommen. "Ich habe mit Zeichnen angefangen, später kamen dann Aquarelle dazu und seit 2010 habe ich mich auf Acrylmalerei verlegt". Sie male ganz spontan, sagt Elisabeth Lohr, ohne bestimmten Stil und meist nach Fotos, die sie auf Reisen geschossen hat. So sind verschiedene Eindrücke aus New York und Venedig, aber auch ein Rapsfeld bei Mettmann zu sehen. "Ich war schon immer kreativ", sagt Alice Lohr über sich. Schon in der Schule sei Kunst ein Lieblingsfach gewesen, sie habe Seidenmalerei und Porträtzeichnungen gemacht. Dann folgte eine lange Familienpause, in der sie sich vor allem um ihre drei Kinder kümmern musste.

Durch einen Workshop in Ausdrucksmalerei während eines Frauenwochenendes 2010 an der Lahn sei sie zur Acrylmalerei gekommen. Seit dem nimmt sie regelmäßig an Kursen mehr oder weniger namhafter Künstler teil. So ist schon eine beachtliche Sammlung zustande gekommen, aus der eine ausdrucksstarke Auswahl nun im Carpe Diem zu sehen ist.

Alice Lohr arbeitet viel mit Marmor-Mehlpaste und bedrucktem Papier, um ihren Gemälden eine plastische Grundstruktur zu geben. So entstehen Acrylcollagen, wie es gut am Beispiel von "Eisberge" oder "Impression in Rosa" zu sehen ist. Was dabei herauskommt, ob abstrakt oder gegenständlich, ergibt sich erst im Laufe des Prozesses.

Prominent im Restaurant-Café hängt das großformatige "Rotkehlchen", von dem Volker Paikert besonders beeindruckt war. "Ich wurde in einem ,Rotkehlchenweg' geboren, aber normalerweise sind die viel kleiner." Premiere auch für Alice Lohrs jüngste Tochter Hannah (11): Ihr erster Versuch eines Aquarells hat es ebenfalls in die Ausstellung geschafft. Es zeigt das Gesicht eines schwarzen Wolfes.

Quelle: RP
 
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