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Mettmann
Mettmanns schönste Seite

Mettmann: Mettmanns schönste Seite
Der Markt ist der Hauptveranstaltungsort in Mettmann: Ob Blotschenmarkt, Weinsommer, Heimatfest oder wie hier das Chorfestival. FOTO: achu
Mettmann. Ein kleiner Rundgang durch die Innenstadt. Die Bausünden der 1960er Jahre sind nicht mehr zu reparieren. Von Christoph Zacharias

Wenn das Wörtchen wenn nicht wär, bräuchte sich Mettmann heute keine Gedanken um das große Loch in der Stadtkasse zu machen. Mettmann wäre ein Besuchermagnet. Ein Musterbeispiel für eine kleine Stadt im Niederbergischen mit einer wunderbaren Altstadt und dem Gesteins, eine einzigartige Schlucht mit der Wohnhöhle des Neandertalers.

Wenn nicht in den 1960er Jahren ganze Straßenzüge wie Wallstraße oder historische Häuser wie an der Mühlenstraße, Lutterbecker Straße oder Oberstraße flach gelegt, sondern erhalten - besser restauriert worden wären - bräuchte sich die Stadt keine Gedanken über Kaufkraft, Attraktivität und Laufkundschaft zu machen.

Die mittelalterliche Stadtstruktur hätte man erhalten können. Die jüngsten Bodenfunde in der Innenstadt dokumentieren es ganz deutlich: Die alte Stadtmauer, deren Reste zutage kamen, zog sich wie ein Ring von Stadttor zu Stadttor. Hätte man die Ursiedlung am Königshof vor 50 Jahren archäologisch untersucht und nicht abgebaggert, hätte man heute nicht nur eine schriftliche Quelle von der ersten urkundlichen Erwähnung Mettmanns im Jahr 904, sondern vermutlich auch Mauerreste der fränkischen curtis (Königshof) und jede Menge Scherbenfunde. Doch Mettmann hat auch heute noch Potenzial, das es wert ist, erhalten zu werden. Jüngstes und positives Beispiel ist die Sanierung der Häuser an der Mühlenstraße und am Markt.

Der historische Markt, bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts Begräbnisplatz der Stadt, ist zwar heute Mittelpunkt der Altstadt und Ort zahlreicher Events, wie man sagt. Doch das eigentliche Leben spielte sich im Mittelalter gleich nebenan in der Mittel- und Oberstraße ab. Zwischen Tapeten-Schwarz und La Pieve befand sich der Markt, am Ende der Oberstraße repräsentative Häuser, die später als Gasthaus oder gar als Bürgermeisteramt genutzt wurden.

Vorbei am Weltspiegel-Kino und seiner einzigartigen Geschichte - es ist eines der ältesten Lichtspielhäuser in Deutschland - geht es in die Düsseldorfer Straße. Dort befanden sich in den großen Häusern auf der linken Seite Webereien, ein wichtiger Gewerbezweig in Mettmann am Anfang des 19. Jahrhunderts. Hier sind drei Namen zu nennen: Karl Wilhelm Neviandt, Johann Peter Wolters und Karl Gotthilf Pfleiderer, allesamt Mettmanner Textilunternehmer.

Gehen wir zur Oberstraße zurück: Etwa in der Mitte führte ein Wehrgang, auch Ömjang genannt, zur Mühlenstraße. Der Ömjang, ein bislang trister und verschmutzter Weg von der Oberstraße zur Mühlenstraße, wurde zu einem "Hingucker". Die alten Schmierereien sind 2013 entfernt worden. Die Künstlerin Bernadette Hekers malte Altstadtmotive auf die grauen Hauswände.

Direkt gegenüber befindet sich die Alte Posthalterei, ein Rasthof der frühen Neuzeit. Dort wurden die Pferde gewechselt. Seit Jahren wird versucht, alte Gebäudeteile zu restaurieren. Sehenswert ist das Haus Mittelstraße 10 (Alte Bürgermeisterei) mit der guten Stube der Stadt und dem Stadtmuseum sowie dem Pferdebrunnen.

Quelle: RP
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