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Mettmann
Mit Pistole vor Kindergarten

Mettmann: Mit Pistole vor Kindergarten
Bisons dürfen in Montana wieder gejagt werden. FOTO: rponline
Düsseldorf. Ein 28-jähriger Paderborner sorgt gestern für einen Großeinsatz der Polizei in Mettmann. Der Mann hantiert vor der Kita St.Lambertus mit einer Feuerwaffe herum. Bei einem Schuss aus der Schreckschusswaffe verletzt er sich. Von Christoph Zacharias

Für einen Großeinsatz der Polizei sorgte gestern Morgen gegen 7.30 Uhr ein 28-jähriger Mann aus Paderborn an der Düsseldorfer Straße in Mettmann. Autofahrer und Zeugen hatten den Mann beobachtet, wie er vor dem Kindergarten St. Lambertus auf einer Treppe am Straßenrand saß und dabei eine Pistole in der Hand hielt.

Die Polizei sperrt daraufhin den Einsatzort großräumig ab, da sich der Katholische Kindergarten St.Lambertus und das Seniorenheim St. Elisabeth in unmittelbarer Nähe befinden. In einem polizeilichen Großeinsatz, an dem insgesamt 17 Streifenwagen und Funkkräder aus dem Kreis Mettmann eingesetzt sind, geht die Kreispolizei von einer möglichen Bedrohungslage aus. Zahlreiche Einsatzkräfte, ausgerüstet mit schusssicheren Westen, sperren den schnell geräumten Gefahrenbereich weiträumig ab und leiten den Verkehr um.

Kinder in der Gymnastikhalle

Die Mitarbeiter des Seniorenheims schließen die Türe ab, fünf Erzieherinnen, acht Kinder und drei Eltern, die sich im Kindergarten St. Lambertus befinden, gehen auf Anraten der Polizei während des Einsatzes in die Gymnastikhalle.

Bei einem ersten Kontakt kann der scheinbar alkoholisierte Mann, der auch weiterhin offen mit einer Schusswaffe hantiert, von der Polizei dazu bewegt werden, den Fußweg zum Kindergarten zu räumen. Der Mann begibt sich daraufhin in den Hauseingang des unbewohnten "Weißen Hauses" in der Nachbarschaft, wo er sich auf den Stufen vor der Haustüre niederlässt. Es ist zu diesem Zeitpunkt nicht ersichtlich, ob es sich um eine scharfe Waffe handelt. Noch bevor besonders geschulte Verhandlung-Beamte am Tatort eintreffen, setzt der Mann plötzlich die Schusswaffe an den eigenen Kopf und drückt ab.

Von dem ausgelösten Schuss wird er aber nur leicht am Kopf verletzt, da es sich bei der Waffe um eine Schreckschusspistole mit entsprechender Munition handelt. Der Verletzte kann daraufhin von Polizeikräften sofort entwaffnet, überwältigt, festgenommen werden. Eine anschließende Einweisung in psychiatrische Behandlung und geschlossene Unterbringung des Beschuldigten, gegen den ein Strafverfahren eingeleitet wird, übernimmt das Ordnungsamt. Eine Mutter, die ihre Kinder zu Tagesstätte bringen wollte, gerät in den Einsatz und erleidet einen Schock, so ein Zeuge.

Der Paderborner ist der Polizei bekannt. Schon am 3. Dezember 2009 hatte sich der Mann, den psychische Probleme einer gescheiterten Beziehung immer wieder nach Mettmann zur Düsseldorfer Straße führen, mit bereits angeschnittenen Handgelenken und an beinahe gleichem Ort vor ein fahrendes Auto geworfen, welches aber gerade noch rechtzeitig stoppen konnte. Auch damals schon wurde der suizidgefährdete 28-Jährige in psychiatrische Behandlung übergeben.

Quelle: RP
 
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