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Mettmann
Musik-Revue zieht wenige Besucher an

Mettmann. Die Neandertalhalle war nur zu 25 Prozent besetzt. Einige Besucher verließen vorzeitig die Halle. Von Gundel Seibel

Eine musikalische Revue der 50er, 60er und 70er Jahre wurden die "Liebesperlen" genannt, die am Sonntagabend über die Mettmanner Bühnenbretter gingen. Was andernorts ein jahrzehntelanger Dauerbrenner ist, wurde in der Kreisstadt nicht ausreichend gewürdigt. Die Besucher füllten die Mettmanner Neandertalhalle nur zu etwa 25 Prozent.

Das Westfälische Landestheater aus Castrop-Rauxel schickte sechs hervorragende Sängerinnen und Sänger mit beachtlichen tänzerischen und schauspielerischen Talenten sowie eine 11-köpfige Band plus Ton- und Lichttechniker in die Neandertalhalle, um den Kreisstädtern mit alten Schlagern und Welthits so richtig einzuheizen. In der ersten Programm-Hälfte gelang das mit einigen Mühen. Als aber nach der Pause amerikanische, englische, schwedische und auch deutsche Lieder der 60er bis 70er Jahre auf die Bühne gezaubert wurden, gab es kein Halten mehr. Am Ende des unterhaltsamen Abends standen alle Zuhörer, klatschten, schwenkten Handys mit Lichtsignalen. Die Zugaben "Thank you for the music" und "Marmor Stein und Eisen bricht" waren anrührend bis Katarrh-gefährdend. Für viele Zuhörer wirkte jedoch der Revue-Beginn wie ein musikalisches Antiquariat. Und auch die Sketche zwischen den Lieddarbietungen wirkten manchmal etwas "an den Haaren herbeigezogen". Nicht jedoch für die Konzert-Besucherin Donatha Ortner. "Das erinnert mich so an früher, als ich meinen Mann kennenlernte." Sie fand alles einfach "super". Auch andere Besucher waren voll des Lobes. Wahrscheinlich nicht so sehr die wenigen Zuhörer, die vorzeitig die Revue verließen. Der Rest hatte viel Spaß.

"Die Liebesperlen sind ein Stück unseres Lebens geworden", schrieben die Regisseure und Arrangeure Heinrich Huber und Jürgen Uter im Programm. Denn seit fast 30 Jahren wird die Schlager-Revue im Westfälischen Landestheater immer wieder mit wechselnden Künstlern neu inszeniert. Und zwar, weil die Mischung aus Reminiszenz und Unterhaltung begeistert. Es sollte von Anfang an einfach "Mal was Nettes" geboten werden. Es wurde jetzt ausgerechnet, dass in 11 Spielzeiten so etwa 140.000 Zuschauer die Revue gesehen haben, in Mettmann leider nur etwa 100. Die temperamentvollen Sängerinnen der Revue: Samira Hempel, Stefanie Kirsten, Tina Podstawa. Die männlichen Stimmen lieferten Dominik Freiberger, Daniel Prinz, Thomas Zimmer. Das Lippe-Saiten-Orchester unter der Leitung von Tankred Schleinschock ging zu jeder Zeit punktgenau und einfühlsam auf die Sänger ein. Die musikalische Truppe wirkte wie aus "einem Guss".

Quelle: RP
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