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Mettmann
Musikalische Zeitreise kommt gut an

Mettmann. Holger Blüder trat in der Mettmanner Kulturvilla auf. Von Hanna Eisenbart

Technische Brillanz gepaart mit Wissen und pädagogischem Geschick - so erlebte das Publikum einen unvergesslichen Klavierabend mit Holger Blüder in der Kulturvilla.

Der ehemalige Schüler von Karl- Heinz Kensche, heute selbst Leiter einer Musikschule in Beckum, hatte auf Einladung des Freundeskreises ein wunderschönes Programm zusammengestellt: eine musikalische Zeitreise durch vier Jahrhunderte. Zugegeben, auf die Idee sind auch schon andere gekommen, aber die ausgesprochen informativen einleitenden Worte schlossen den Zuhörern doch weitere Pforten des Verständnisses auf.

Bach und Domenico Scarlatti präsentierte der virtuose Pianist als Vertreter des Barock. Aber der italienische Barock tickt nun mal anders als der deutsche und die Beispiele, die Holger Blüder vortrug, verdeutlichten dieses bestens. Mozart besticht durch Eleganz, Leichtigkeit und Charme während Beethoven emotionaler, mehr von Herz zu Herzen gehend komponierte. Die beiden Stücke, die einander gegenüber gestellt waren - einmal ein irrwitzig schnelles Rondo von Mozart und dann die Pathétique Beethovens, voller Schmerz und Angst und Sorge über die drohende Taubheit - krasser ging's nicht. Aber Beethovens "Wut über den verlorenen Groschen" und Mozarts Requiem könnte man auch als auch umgekehrte Beispiele anführen. Ein Impromptu ist eigentlich eine virtuose Straßenbekanntschaft - alles ist aus dem Stegreif entstanden und lässt damit der Phantasie freien Lauf. So auch die beeindruckenden Impromptus von Franz Schubert, voller genialer Einfälle und herrlicher Modulationen zwitschert die Musik durch die Tonarten.

Claude Debussy ist einer der wichtigsten Vertreter des Impressionismus - hier verwischen sich starre Linien, alles fließt ineinander, Dissonanzen werden vermieden - man denke an Monet und viele seiner Malerfreunde, in deren Bildern Himmel und Meer oft nicht zu trennen sind. Mit herrlichen Stimmungsbeispielen ließ Holger Blüder die Gäste an dieser Weiterentwicklung der Musik teilhaben.

Zu einem bezaubernden Stück von Mozart, das er voller Hingabe spielte; musste dieser begnadete Pianist noch ein Bonmot los werden: Wenn die Engel musizieren, spielen sie Bach - wenn sie unbeobachtet sind, spielen sie Mozart.

Quelle: RP
 
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