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Mettmann
Musikalische Zeitreise mit dem Kammerchor Elberfeld

Mettmann. 30 Sänger präsentieren Werke aus der Zeit von der Renaissance bis zum 20. Jahrhundert. Von Hanna Eisenbart

Zu einem besonderen musikalischen Leckerbissen konnte Roselies Evang die Zuhörer in der Evangelischen Kirche Freiheitstraße begrüßen. Zu Gast war der Kammerchor Elberfeld. Hinter dem liebenswürdigen Titel "Israelsbrünnlein" verbarg sich eine Sammlung geistlicher Madrigale mit Texten aus dem Alten Testament von Johann Hermann Schein. Geboren 1586 in Sachsen, war er einer der Vorgänger J. S. Bachs als Kantor an der Thomaskirche in Leipzig und zählte neben Heinrich Schütz zu den bedeutendsten Komponisten seiner Zeit. Die durchweg fünfstimmigen Madrigale waren geprägt von Klagen und Bitten um Hilfe und der Chor verlieh dieser Stimmung den richtigen Ausdruck. Die 30 Sänger folgten ihrem Dirigenten, Georg Leisse, sehr engagiert und aufmerksam.

Gerade bei der Musik der Renaissance, die noch nicht so abwechslungsreich ist, glänzte der Chor mit wirklich guter Aussprache, sonst oft ein großes Manko bei Chorkonzerten. "Was betrübst du dich, meine Seele" , Georg Leisse verlangte seinem Chor mit seinem präzisen Dirigat wirklich überzeugenden Ausdruck ab und die Sänger ließen die Zuhörer teilhaben an den alten Texten. Besonderen Reiz erhielten die Vorträge durch feine Begleitung mit Harfe und Cello.

Mit Kompositionen von Artur Gelbrun, einem Komponisten des 20. Jahrhunderts, der, in Warschau geboren, 30 Jahre lang in Tel Aviv gelebt hat, verbanden sich die unterschiedlichen Kulturen. Sowohl Soraya Ansari (Cello) als auch Sarah Günnewig (Harfe) gestalteten ihr Solo sehr überzeugend. Dass im Alten Testament auch Freude ihren Platz fand, verrieten die Texte aus dem Buch Jesaja: "Ich freue mich im Herrn". Hier wechselte der Chorklang und die feinen Stimmen verliehen der Freude intensiven Ausdruck.

Schade, dass so wenige Zuhörer den Weg in die Evangelische Kirche gefunden hatten, denn ein solch kammermusikalisches Ereignis steht nicht immer auf dem Programm. Großes Kompliment an die Musiker aus der Nachbarstadt.

Quelle: RP
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