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Kreis Mettmann
Nach Vorfällen: Kreis kämpft gegen Rassismus

Kreis Mettmann. Der Kreis will mit Bürgern ein Konzept gegen Rassismus entwickeln. Denn sehr starkes rechtes Gedankengut und Ausländerfeindlichkeit - das gibt es auch in gut situierten Städten wie beispielsweise Langenfeld, erklärte Bürgermeister Frank Schneider jetzt bei der Regionalkonferenz des Kreises gegen Rassismus im heimischen Rathaus. "Ich hatte dieses Thema nie auf dem Schirm, bis dann die Flüchtlinge kamen", erzählt er. Mit dem Bau des Flüchtlingsheims an der Theodor-Heuss-Straße seien die "Symptome" aufgetreten. Aus der Nachbarschaft hätten Menschen mit Eigenheimen "ganz massiv Stellung bezogen" und erklärt: "Das wollen wir nicht!". "Das war dann das erste Mal während meiner Amtszeit, dass ich jemanden aus meinem Büro werfen musste", sagt Schneider. Und führte damit vor Augen, wie nötig Maßnahmen gegen Rassismus und Fremdenhass sind.

Mitarbeiter des Kreises, Politiker und Vertreter von Institutionen und Vereinen waren zur Auftakt-Konferenz erschienen. Leider war aus der breiten Bürgerschaft kaum jemand gekommen. Eine der wenigen aktiven Bürgerinnen war Hannelore Dierks: "Integration ist mein Lebensthema. Ich habe die ersten Italiener hier erlebt und die ersten Türken", sagt sie. Ihr Rezept gegen Rassismus: "Die Aufklärung muss im Kindergarten beginnen, wo die Kleinsten noch keine Vorurteile kennen." Für all jene, für die diese Art des Lernens schon zu spät ist, erarbeiteten die Anwesenden unter Leitung von Arlin Cakal-Rasch vom Kommunalen Integrationszentrum in Mettmann in einer Art Workshop die ersten Schritte gegen Ausländerfeindlichkeit. Zum Beispiel im Büro, in der Nachbarschaft, im Sportverein, in den Medien und den sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter. Es wird ein Kampf gegen Vorurteile, Intoleranz, Unwissen, Anonymität, dubiose Ängste und Uneinsichtige, an dem viele Menschen mitwirken müssen.

Es gibt aber auch Leuchttürme in den Städten, etwa sehr aktive Flüchtlingshilfen und ehrenamtliche Nachhilfekurse. In den nächsten zwei Jahren wird es zehn Konferenzen im Kreis geben.

Wer mitmachen will, wendet sich an Arlin Çakal-Rasch, Telefon 02104 992175, arlin.cakal-rasch@kreis-mettmann.de.

(ik)
 
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