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Nächster Stopp: Irgendwo in Amerika

Mettmann: Nächster Stopp: Irgendwo in Amerika
Die 14-jährige Janusa Rasu ist eine der ehrenamtlichen Helferinnen auf dem Bauspielplatz. FOTO: achim blazy
Mettmann. Zwei Hauptamtliche, drei Honorarkräfte und 15 Ehrenamtler betreuen die Kinder beim Sommerspaß Bauspielplatz. Eine dieser ehrenamtlich engagierten Helfer ist Janusa Rasu. Von Valeska von Dolega

Sarah (8) sucht Nägel, Sinan (10) will seinen Mini-Hammer gegen ein größeres Exemplar für "mehr wumm" eintauschen und Ben (7) braucht ein Pflaster, weil er sich mit "zu viel Karacho" in den Bretterhaufen geworfen hat. Einen nach dem anderen betüddelt Janusa Rasu. Die 14-Jährige ist eine der ehrenamtlichen Helferinnen auf dem Bauspielplatz.

"Das ist doch ganz selbstverständlich, sich einzubringen. Als ich in dem Alter war, habe ich selbst bei solchen Sachen mitgemacht." Das "Riesenvergnügen", das sie dabei hatte, will sie jetzt weitergeben. Als Sechstklässlerin ist die Gymnasiastin mit den srilankesischen Wurzeln zum ersten Mal auf Angebote des Jugendhauses gestoßen. "Das fand ich gut", seitdem ist sie dort aktiv. Unter anderem auch im dort verankerten Jugendrat. Den geduldigen Umgang mit Kindern kennt das Geschwisterkind auch deshalb aus dem Effeff, weil sie ihr Taschengeld durch Nachhilfeunterricht mit Grundschülern aufpeppt.

Beim Bauspielplatz macht sie nun zum dritten Mal mit. "Eine echte Allrounderin", wie Bauspielplatzleiter Markus Kier aus dem Team der städtischen Jugendförderung weiß. "Sie hat ein gutes Auge dafür, wo Hilfe gebraucht wird, und ist zur Stelle." Und bringt sich sogar nach Feierabend ein: "Den Kuchen hier hat sie Zuhause gebacken." Auch die Betreuer-Kollegen loben: "Janu ist die Erste, die rennt und was aus dem Jugendhaus holt, wenn es auf dem Spielplatz fehlt."

"Jeder Tag dieses Sommerferienprogramms ist anders und Teilnehmer sind ja auch immer anders gelaunt." Sitzt die Konrad-Heresbach-Schülerin nicht im Häuschen für die Materialausgabe, ist sie "am liebsten kreativ. Malen, basteln oder Schmuck aus alten Materialien upcyclen" sind ihr Ding. Privat übrigens schreibt die Gymnasiastin gerne - SciFi und Werwolf-Storys. "Ich hab' da einen komischen Geschmack", grinst sie. Aus dem weit gefächerten Rahmenprogramm zum Bauspielsplatz mag sie besonders gerne Aktionen die sich um Essen und Genuss drehen, also den Kräutergarten zu betreuen oder für alle Beteiligten Obst und Gemüse als gesunde Snacks zu schnipseln. "Aber zu einem gut gemachten Burger sage ich nicht 'nein'. Allerdings brauche ich nicht jeden Tag so etwas." Ihre Hobbys dagegen sehr wohl. In Wuppertal ist sie in einer Gruppe, die indische Traditionstänze pflegt, mit der Clique ist sie in Düsseldorf, um HipHop zu tanzen.

Die diesjährige Ausgabe des Bauspielplatzes auf dem Bolzplatz an der Laubacher Straße sind für Janusa Rasu "etwas ganz Besonderes", es sind nämlich die letzten Tage zu Hause. "Im August werde ich nach Amerika gehen." Schätzungsweise die Hälfte ihrer Klasse ist in den kommenden Monaten im Ausland. Wohin die Reise sie genau führt, weiß sie noch nicht, weil noch nicht hundertprozentig klar ist, in welche Gastfamilie sie kommt. "Ja ich bin sehr aufgeregt, aber ich freu mich schon total auf alles", Kultur und Stil Amerikas faszinieren sie, Erwartungen hat sie keine an den zehnmonatigen Aufenthalt und den politischen Machtkampf zwischen Hillary Clinton und Donald Trump mag sie nicht kommentieren.

"Das ist doch cool, dass die Kinder hier an der frischen Luft sind und nicht bloß ihre Ferienzeit vor dem Computer verbringen", kommt sie auf den Bauspielplatz zurück."Ich mach' das hier echt gerne."

Quelle: RP
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