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Mettmann
Neandertalhalle erneut auf dem Prüfstand

Mettmann: Neandertalhalle erneut auf dem Prüfstand
Politik und Rat haben sich längst darauf geeinigt, dass die Neandertalhalle nicht abgerissen, sondern saniert wird. Dennoch sind nun Interviewer unterwegs, die die Bevölkerung nach ihrer Meinung fragen. FOTO: Dietrich Janicki
Mettmann. Die Stadt hat eine weitere Befragung unter den Mettmannern in Auftrag gegeben. Die Auswertung steht noch aus. Von Christoph Zacharias

Die unendliche Geschichte der Neandertalhalle geht weiter: Eine Fachfirma hatte im Auftrag der Stadt vor Wochen eine Umfrage gestartet. Die Fachleute wollten wissen, welches Kulturangebot die Bevölkerung möchte und was sich konkret in Sachen Neandertalhalle ändern müsse.

Ute Stöcker (CDU) hatte unlängst in der Ratssitzung ihre Verwunderung zum Ausdruck gebracht, dass die Interviewer auch nach den drei Szenarien (Abriss, Neubau, Sanierung) gefragt hätten. Unverständlich, so Stöcker, denn eigentlich sei klar, dass die Stadthalle saniert werden solle. Dies sei ein mehrheitlicher Ratsbeschluss. Bürgermeister Thomas Dinkelmann verteidigte die Fragestellung: Man wollte ohne Einschränkungen und Vorbehalte beim Interview an das Thema rangehen. Der Ratsbeschluss bleibe davon unberührt.

Aber: Die Würfel waren bereits im März gefallen: Die Neandertalhalle wird nicht abgerissen oder geschlossen. Sie wird auch nicht durch ein neues Kultur- und Bildungszentrum ersetzt. Nein, sie wird saniert, und zwar im Bestand, wie es im Verwaltungsdeutsch heißt. CDU und SPD hatten ihre Mitglieder befragt und die identische Antwort erhalten: Kein Abriss, sondern Sanierung. Die CDU geht von einem Investitionsvolumen von vier Millionen Euro aus. Andere (FDP, Grüne) sprechen von mindestens fünf oder sechs Millionen Euro. Die Neandertalhalle werde weiterhin ein Zuschussgeschäft von rund 500.000 Euro jährlich bleiben, so die FDP. Die Stadthalle in der von der SPD/ CDU-Koalition geplanten Form sei ein Groschengrab und werde damit ein finanzielles Fass ohne Boden bleiben, meinen die Liberalen.

Die Liste der Mängel umfasst mehrere DIN-A4-Seiten. Besonders das Flachdach ist marode. Es regnet in die Halle, Wassereimer dienen als Auffangbecken. "Ganz wichtig ist bei der Sanierung, dass die Halle barrierefrei zu erreichen ist", sagte Stöcker im März. Denn heute verwehren Stufen Menschen, die gehbehindert sind, den Zugang zur Halle. "Wir wollen nicht noch mal zwei oder drei Jahre rumeiern, wir fordern die Sanierung der Stadthalle ohne Wenn und Aber", so die SPD. Ein Planungsbüro soll untersuchen, wie die Halle umgebaut und was saniert werden müsse. Für beide Analysen (Bedarf und Umbau) wollen SPD und CDU 50.000 Euro in den Haushalt setzen. Ferner soll sich künftig ein externes Stadthallen-Management um die Vermarktung und Koordination der Halle kümmern.

Zweites Problem ist der Denkmalschutz: Der Landschaftsverband Rheinland bleibt dabei: Die Neandertalhalle steht unter Denkmalschutz. Die Verwaltung hat jetzt ein Rechtsgutachten eingeholt, das auf 120 Seiten festgestellt hat, dass die Neandertalhalle nicht denkmalschutzwürdig ist. "Die Untere Denkmalbehörde, die im Rathaus angesiedelt ist, wird also keinen Eintrag vornehmen.

Sollte die Obere Denkmalbehörde dies monieren, muss sie den Minister anrufen", sagte Fachbereichsleiter Kurt-Werner Geschorec. Bei einer Sanierung im Bestand spiele der Denkmalschutzaspekt sowieso nur eine untergeordnete Rolle, meinte Stöcker. Es gehe nicht darum, dass der Teppichboden und die Gardinen aus den 1980er Jahren erhalten bleiben.

Quelle: RP
 
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