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Mettmann
Nette Begleitung für Spaziergänge gesucht

Mettmann: Nette Begleitung für Spaziergänge gesucht
Rosel Kohns ist gern an der frischen Luft. Sie begleitet regelmäßig ältere Menschen bei Spaziergängen. FOTO: Dietrich Janicki
Mettmann. Die Caritas-Freiwilligenzentrale sucht "Frischluftbegleiter", die ehrenamtlich mit älteren Menschen spazieren gehen. Rosel Kohns macht das schon seit Jahren. Von Hanna Sellheim

Jeder Mittwoch ist für Rosel Kohns fest reserviert. Dann geht sie ins Altenheim, um mit einer älteren Dame spazieren zu gehen. Rosel Kohns ist ehrenamtliche Frischluftbegleiterin.

Wenn es nach der Caritas-Freiwilligenzentrale geht, sollen dasselbe bald noch mehr Menschen in Mettmann tun. Zusammen mit dem Haus St. Elisabeth, dem Seniorenheim Neandertal und dem Caritas Altenstift haben sie die Frischluftbegleiter-Initiative ins Leben gerufen. Diese vermittelt spazierfreudige Freiwillige an ältere Menschen, die im Heim leben und gerne spazieren würden, aber niemanden haben, der sie begleitet.

Die Idee stammt von Britta Franke von der Freiwilligenzentrale. Kollegen aus Jülich erzählten ihr von dem Frischluftbegleiter-Programm, das sie letztens gestartet hatten. Franke war begeistert und beschloss, dasselbe auch in Mettmann vorzuschlagen.

"Auf Spaziergängen entdecken ältere Menschen vieles, an das sie sich von früher erinnern", beschreibt sie die Bedeutung des Spazierengehens für Heimbewohner.

Auch Kohns kann das mit ihrer jahrelangen Erfahrung als freiwillige Begleiterin bestätigen. Die Dame, mit der sie spazieren geht, ist dement. "Wenn ich ankomme, liegt sie im Bett", erzählt Kohns, "Doch sobald wir rausgehen, merke ich, wie sie sich freut, mal etwas anderes zu sehen."

Auch Margarethe Abel sucht zurzeit eine Begleitung für ihre Spaziergänge. Die Seniorin ist immer aktiv gewesen, sitzt ungern auf dem Sofa: "Wenn es nicht regnet oder schneit, gehe ich dreimal am Tag spazieren." Für manche dieser Spaziergänge wünscht sie sich jemanden, der mit ihr geht, sich mit ihr unterhält.

Es gebe viele Heimbewohner, sagt Franke, denen bei Spaziergängen die Gesellschaft fehle. Oft ist es auch eine Frage der Sicherheit, ob jemand alleine nach draußen gehen sollte. Für die meisten geht es aber eher um den Austausch, das gemeinsame Laufen und Erleben von Natur.

Davon profitieren nicht nur die begleiteten Senioren. "Auch für Frischluftbegleiter ist ein gemeinsamer Spaziergang ein schönes Erlebnis", sagt Franke. Denn viele Senioren hätten Interessantes über die Geschichte der Stadt oder persönliche Erlebnisse zu erzählen.

Potenzielle Begleiter werden von der Freiwilligenzentrale an einen älteren Menschen vermittelt, der in der Nähe wohnt. In einem ersten Gespräch kann sich das künftige Spazier-Paar dann kennenlernen. Kohns weiß aus Erfahrung: "Die Chemie muss stimmen." Ein älterer Mann, den sie begleitete, hatte kaum Lust rauszugehen. "Da habe ich mich dann ganz nutzlos gefühlt."

Andere Voraussetzungen für die Tätigkeit gibt es nicht: Seit neuestem muss bloß bei jedem Ehrenamt ein amtliches Führungszeugnis vorgelegt werden. Dieses kostet 13 Euro, die Kosten können aber anschließend erstattet werden. Die frischgebackenen Frischluftbegleiter werden nicht einfach ins kalte Wasser geworfen, sondern von den Mitarbeitern des Sozialen Diensts im Heim auf die Spaziergänge vorbereitet. Sie bekommen dann zum Beispiel eine Einführung in den Umgang mit Rollator, Rollstuhl und co.

Kohns hat auch schon mehrmals Fortbildungen angeboten bekommen, in denen sie den Umgang mit dementen Personen lernen kann. Sie betont: "Aber das ist alles freiwillig." Auch wie viel Zeit man in die Spaziergänge investiert, ist jedem selbst überlassen - eineinhalb bis zwei Stunden die Woche wären aber schon schön, so Franke.

Quelle: RP
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