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Mettmann
Neues Flüchtlingsheim wird Mitte Juni bezogen

Mettmann. Die Zahl der Flüchtlinge geht weiter zurück. Es fehlen Wohnungen und Arbeitsplätze. Verhandlungen über Gebäude. Von Christoph Zacharias

Die Zahl der Flüchtlinge, die von der Bezirksregierung Arnsberg Mettmann zugewiesen werden, hat sich deutlich verringert. "Aus der Flut ist ein Rinnsal geworden", sagte Fachbereichsleiterin Ute Piegeler im Sozialausschuss. Die Stadt hat eine Zuweisungsquote von 90 Prozent erfüllt. Unterm Strich wohnen in Mettmann derzeit (Stand April 2017) 412 Flüchtlinge. Wie viele neue Flüchtlinge zugewiesen werden, könne niemand sagen, da die Bezirksregierung anders als in früheren Zeiten keine konkreten Zahlen mehr mitteilt.

Ein Problem ist die wachsende Zahl der anerkannten Flüchtlinge, also Menschen, die eine Bleibeperspektive haben. Einige haben bereits eine Wohnung in Mettmann oder in den umliegenden Städten gefunden, doch das Gros lebt nach wie vor in den Unterkünften (108 Menschen). Grund: Es gibt zu wenige kleine Wohnungen, die zudem noch die Auflagen des Höchst-Quadratmeterpreises erfüllen. Viele der anerkannten Flüchtlinge suchen dringend Arbeit. Ein weiteres Problem: Immer mehr Familien werden zusammengeführt. Die Situation in den Unterkünften soll durch die Neubelegung des Hauses an der Hasseler Straße entspannt werden. Dort werden ab Mitte Juni die ersten Bewohner einziehen. Rund 100 Menschen können dort leben. "Es ist vorwiegend eine Unterkunft für Familien. Doch wir können noch nicht versprechen, dass dies auch so bleibt, wenn sich die Situation ändert", sagte Piegeler. Am 29. Juni plant die Stadt einen Tag der offenen Tür in der Unterkunft. "Dann können die Mettmanner sich ein Bild machen und Flüchtlinge und Einheimische sich kennen lernen", so Piegeler. Die Flüchtlingskoodinatiorin Susanne Butzke wird in den nächsten Wochen Gespräche mit Menschen in Metzkausen aufnehmen, um Helfer zu akquirieren, die den Flüchtlingen behilflich sind. Die gute Nachricht: Die Gymnastikhalle an der Laubacher Straße und die Unterkunft am Borner Weg sind geräumt, die Flüchtlinge sind in andere (bessere) Unterkünfte verlegt worden. Alle städtischen Unterkünfte (Seibelstraße, Kleberstraße, Talstraße, Danziger Straße) sind fast voll belegt. Die Stadt verhandelt derzeit mit dem Eigentümer eines großen Gebäudes in Mettmann, das als neue Unterkunft dienen soll. Um welche Immobilie es sich handelt, wollte Piegeler nicht sagen. Der Plan, am Benninghofer Weg eine Unterkunft für 45 Menschen zu bauen, ist damit erst einmal vom Tisch.

Nach aktuellem Stand werden Mettmann zusätzlich mindestens 60 Menschen gemäß Wohnsitzregelungsverordnung ergänzend zugewiesen werden. Diese Menschen bekommen Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II, müssen sich jedoch drei Jahre in Mettmann aufhalten.

Quelle: RP
 
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