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Mettmann
Offene Gärten: Gesundes Grün und Bibel-Pflanzen

Mettmann: Offene Gärten: Gesundes Grün und Bibel-Pflanzen
Links: Gerda Rogge hat mehrere Hochbeete zur Selbstversorgung. FOTO: Janicki Dietrich
Mettmann. Gerda Rogge, Diakonissenweg 7 Wer den "Garten der Sinne" von Gerda Rogge besuchte, durfte nicht nur von der Pflanze der Unsterblichkeit kosten. Ihr rund 1000 Quadratmeter großes Pflanzenparadies ist ein in dieser Form wohl einmaliges Beispiel für die Möglichkeit, sich komplett selbst mit allem zu versorgen, was täglich auf den Tisch kommt. Bereits seit 2004 empfängt Rogge in ihrem Garten Besucherinnen und Besucher zur "Offenen Gartenpforte", darunter auch Kinder und Jugendliche, die die Pflanzenwelt mit eigenen Sinnen kennenlernen und erleben möchten. Und es gibt dabei allerhand zu entdecken, beispielsweise Udo, eine japanische Spargelpflanze, die für ihre tumorhemmende Wirkung bekannt ist. Oder Jiaogulan, die Pflanze der Unsterblichkeit, von der sie gern probieren lässt.

Zwischen Kartoffeln, Salat, Tomaten und Zwiebeln wachsen bei Gerda Rogge zahlreiche Pflanzen aus aller Welt, die sie teilweise aus dem Urlaub mitgebracht und in ihrem Garten kultiviert hat, etwa Feigen aus Korea, Hanf aus Neuseeland oder Blumen von Madeira. Hinzu kommen zahlreiche Gewächshäuser, in denen Paprika, Auberginen und sogar zwölf unterschiedliche Tomatensorten heranwachsen.

Selbst die Regenwürmer in ihrem Garten züchtet Gerda Rogge selbst. Aus gutem Grund: "Sie sorgen für die optimale Erde, in denen mein Gemüse, meine Pflanzen und Blumen gedeihen können", sagt die überzeugte Vegetarierin. Selbst Bananen und Kiwis wachsen in ihrer grünen Oase, die auch Platz zur Erholung und einen "Garten der Sinne" bietet. Hier hat sie einige Andenken künstlerisch in den Garten eingefügt.

"Dort sind symbolische Stücke eines Kirchenfensters der Bergischen Diakonie, hier findet man Lavastücke aus Island und dies hier sind Muscheln aus Israel", erklärt Gerda Rogge, die am Wochenende zusammen mit dem Nevigeser Gartenbauverein ein kleines Programm für die Besucherinnen und Besucher vorbereitet hatte.

FOTO: Janicki Dietrich

Bergische Diakonie, Diakonissenweg 15 Der Ergotherapeutische Dienst der Bergischen Diakonie Aprath hat sich nach einer Pause im vergangenen Jahr wieder an der Aktion "Offene Gartenpforte" beteiligt, die im Rheinland bereits seit 2002 durchgeführt wird. Garten- und Landschaftsbautechniker Thomas Erlinghagen nutzt das Gelände für arbeitstherapeutische Maßnahmen mit psychisch kranken Menschen.

"Der Garten befindet sich in stetigem Wandel", erklärt Erlinghagen. "Alles was wir hier machen, entsteht in Eigenregie mit möglichst geringem finanziellem Aufwand". Und was dort unter Anleitung des Fachmanns entstanden ist, gleicht im sprichwörtlichen Sinne einem kleinen Paradies, denn in diesem Jahr hat man das Gelände rund um das denkmalgeschützte Brunnenhaus, das zum Haus Langensiepen gehörte, zu einem Bibelgarten umgestaltet.

"Wir haben uns auf Pflanzen und Sträucher konzentriert, die in der Bibel vorkommen", erklärte Thomas Erlinghagen beim Rundgang durch die Pflanzenwelt: Hier der Feigenbaum, der als erste Pflanze in der Bibel erwähnt wird, dort das Schilf, in dem Moses am Nilufer aufgefunden wurde, über die Phönizische Rose aus dem Buch Sirach bis hin zum Olivenbaum, der gleich mehrfache Erwähnung findet. Informationsschilder mit Bildern aus der Aprather Bibel und den entsprechenden Zitatstellen sowie selbstgemachte Brotfladen aus dem Lehmofen, der inmitten des 1500 Quadratmeter großen Gartens steht, rundeten das Gesamtbild hervorragend ab.

"Wir arbeiten selbstverständlich das ganze Jahr in und mit dem Garten. Im Sommer sind wir natürlich viel an der frischen Luft, gestalten das Gelände, selbst die Hütten sind alle selbst gebaut worden", erklärt der Garten- und Landschaftsbautechniker. "In den verbleibenden Monaten ernten und verarbeiten wir die Früchte des Gartens und stellen so beispielsweise Salben, Tee, Marmeladen und Säfte her." Christian Barra

Quelle: RP
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