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Mettmann
Orgelkonzert tröstet zum Ferienende

Mettmann. Regionalkantor Matthias Röttger hat sich erneut etwas Besonderes einfallen lassen, um seine Fangemeinde zu erfreuen. Von Hanna Eisenbart

Ein wunderschönes Konzert schenkte Matthias Röttger seinem treuen Publikum zum Ferienende in der Lambertuskirche.

Schon mit Präludium und Fuge von Vincent Lübeck, einem Vertreter der norddeutschen Orgelschule, die maßgeblich von Friedrich Buxtehude, dem großen Organisten zu Bachs Zeiten geprägt war, überzeugte mit erhabenen Akkorden. Ein choralartiges Thema wurde immer wieder variiert und mit feinen Verzierungen umspielt.

Dagegen repräsentiert Jean- Francois Dandrieu die französische Barockmusik, die in ihrem Wesen leichter, spielerischer wirkt. Selbst das feierliche Thema, das sein Magnificat einleitet, strahlt nicht das protestantisch Würdevolle aus. Sehr lebendig erklang das Duo im 1. und 3. Manual und ein wunderschönes Miteinander begeisterte im "dialogue".

Tja, und dann hat sich Matthias Röttger mal wieder etwas Neues einfallen lassen: Simone Turk, Barbara Wychlacz und Margarethe Conrads trugen mit sehr harmonisch weichen Stimmen den Choral "Vater unser im Himmelreich" vor, der die Orgelsonate in d-moll von Felix Mendelssohn-Bartholdy einleitet und dann von der Orgel übernommen wurde. Ein munteres Allegro und eine hinreißende Fuge, in der das Thema immer wieder anklang, ganz getragen und mit herrlichen Arabesken, beeindruckte sehr.

Auch in den folgenden Werken setzte Matthias Röttger seine kleine Schola ein, die Choräle aus dem Gotteslob sangen, die den Choralvorspielen von drei Musikern aus dem Erzbistum Köln vorangestellt waren.

Klaus Wallrath, Freunden der Kirchenmusik als Kantor von St. Margareta in Gerresheim wohl bekannt, hatte zu dem Choral " Gottes Bogen in den Wolken" sechs Facetten für Orgel komponiert, die fast den Bereich der Programmmusik streiften: ..im Fluss, ..im Nebel, .. zärtlich, tänzerisch - eine großartige Komposition, mit starkem Ausdruck.

Auch das Vorspiel von Reiner Schuhenn zu dem Choral "Heiliger Josef, hör uns flehen" gefiel durch nachdenkliche Stimmungen, die schließlich im Nichts verhauchten.

Zu Herzen ging das Gemeindelied "Wunderschön, prächtige" das in einer Toccata von Martin Außem wunderschön gestaltet war.

Mit dem Final B-Dur von César Franck hatte Matthias Röttger den Höhepunkt des Abends gesetzt: es beginnt mit einem Thema im Pedal, das kraftvoll ausgemalt wird, herrliche Modulationen immer wieder überraschten, um sich dann ins schlichte Liedhafte zu verändern, aber auch markante Akkorde, die sich in körperlich spürbare Intensität steigerten.

Die Spielfreude des Kantors war Dank der Technik, ihn per Kamera auf der Leinwand erleben zu können, natürlich besonders gut nachvollziehbar. Eine tolle Leistung, die mit brausendem Applaus bedacht wurde und eine Zugabe erbrachte: kleine, witzige Stückchen Popmusik auf der Orgel ließen ein wenig schmunzeln.

So macht Musik Spaß.

Quelle: RP
 
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