| 00.00 Uhr

Mettmann
Pfarrarchiv kehrt nach Mettmann zurück

Mettmann. Im historischen Archiv des Erzbistums in Köln wurden die Schriftstücke katalogisiert. Eine Ausleihe ist möglich. Von Christoph Zacharias

In 160 Kartons ist das Mettmanner Pfarrarchiv der katholischen Gemeinden St. Lambertus, St. Thomas Morus, Heilige Familie und St. Thaddäus aus Köln an die Kreuzstraße zurückgekehrt. Mitarbeiter des historischen Archivs des Erzbistums Köln und externe Dienstleister hatten die Schriftstücke zunächst in Mettmann bewertet.

Wie Dr. Joachim Oepen, stellvertretender Leiter des historischen Archivs des Erzbistums in Köln, mitteilte, helfen die Experten, die Pfarrarchive zu ordnen und dafür zu sorgen, dass sie ordnungsgemäß untergebracht sind. "Von den 800 Pfarrgemeinden im Erzbistum haben nicht alle so ein umfangreiches Archiv wie beispielsweise Mettmann." Das liege daran, dass einige Gemeinden erst in den 60er Jahren gegründet wurden. Bei der Bewertung, so Oepen, untersuchen die Archivare, welche Schriftstücke überhaupt archivwürdig sind: "Eine Berechnungstabelle der Krankenversicherung aus den 60er Jahren oder die Telefonrechnung des Pfarramtes sicherlich nur bedingt." Personalakten hingegen müssen aufgehoben und geschützt (daten- und versorgungsrechtliche Gründe) werden. "Von den Akten, die nach 1950 archiviert worden sind, können in der Regel 80 Prozent aussortiert werden", sagt Oepen.

Diejenigen Akten, die archivwürdig sind, wurden nach Köln gebracht. "Dort wurde ein Verzeichnis erstellt", sagt der Archivar. "Wir haben hier Nachschlagewerke und können die Schriftstücke besser einordnen." Dieses Findbuch oder dieser Katalog existiert in elektronischer- und in Buchform. Das Findbuch ist wichtig, um die Schriftstücke zu finden und sich einen Überblick zu verschaffen. Jedes Schriftstück bekommt einen Titel, eine kurze Beschreibung des Inhalts. So findet am schnell die Chronik eines Pfarrers, die Wahlen des Kirchenvorstandes im Jahr 1893 und die Entstehungsgeschichte des Kolpinghauses Anfang des 20. Jahrhunderts. Um nur einige Beispiele zu nennen.

In säurefreien Mappen ohne Metall (das schädigt die Schriftstücke) erhalten die Archivalien Signaturen, die denen im Findbuch entsprechen. Wer sich nun für ein bestimmtes Thema der Pfarrgemeinden interessiert, kann sich die Schriftstücke im Pfarrarchiv ausleihen und darin forschen.

Übrigens: Das älteste Schriftstück des Pfarrarchivs von St. Lambertus dokumentiert den Kauf einer Feuerglocke im Jahr 1540, hat Joachim Oepen herausgefunden..

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Mettmann: Pfarrarchiv kehrt nach Mettmann zurück


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.