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Mettmann
Pfiffiger Tischler-Nachwuchs

Düsseldorf. Auszubildende des Berufskollegs Neandertal fertigen multifunktionale Möbel. Das Wettbewerbsthema lautet: "Auf den Kopf gestellt". In der Kategorie Gestaltung macht Tim Thome das Rennen. Von Florian Tesche

Stehtische, Hocker, Stühle, DVD-Regale, Schränke mit Schubladenelementen oder einfach nur Ergebnisse kreativer Geistesblitze – an Ideen mangelte es den jungen Tischler-Auszubildenden des Berufskollegs Neandertal nicht. Ein bisschen kam man sich bei der Siegerehrung des kleinen Wettbewerbs wie bei der Neueröffnung eines Möbelhauses vor. In einer Projektwoche planten und fertigten 28 Mittelstufenschüler des Kollegs, die parallel Ausbildungen in kooperierenden Unternehmen absolvieren, zum Thema "Auf den Kopf gestellt" überwiegend multifunktionale Möbel, auf die Lehrer Olaf Gernandt besonders stolz war.

"Wenn man bedenkt, dass die Zeit äußerst knapp bemessen war, können sich die Ergebnisse definitiv sehen lassen", sagte er. Zwei Tage Planung, zwei Tage Hand anlegen – für die meisten überraschenderweise kein Problem. "Ich hatte schnell die Idee, einen Tisch, dessen Platte die Grenzen der Schwerkraft ,überwindet', zu designen", erzählte Simon Vohberger (29), der den ersten Platz in der Kategorie "Handwerkliche Ausführung" belegte, deren Gewinner von den Schülern selbst bestimmt wurden. Was er mit dem Wohnzimmermöbel anstellen möchte? "Vielleicht bei Ebay verkaufen."

Professionelle Jury

Eine professionelle Jury der Tischler-Innung des Kreises Mettmann bewertete in der Kategorie "Gestaltung". Hier machte Tim Thome das Rennen. Der 22-Jährige überzeugte mit dem "Negativ eines Hockers, das jenen Raum darstellt, der normalerweise unter dem Hocker entsteht", wie er selbst beschrieb. Der Clou: Im Handumdrehen lassen sich aus einem Hocker zwei machen. "Ich habe unendlich viel rumgekritzelt, bis ich mein Projekt gefunden hatte", erzählte Thome. Gänzlich fertig ist der Hocker noch nicht. Der Lack fehle noch. "Dafür war keine Zeit mehr."

Nicht ganz aufs Siegertreppchen langte es für Sindy Stemberg. Als eine von nur zwei Frauen nahm sie am Wettbewerb teil. Die 21-Jährige aus Velbert-Langenberg fertige einen Stuhl an, der, je nachdem wie man ihn dreht, für Kleinkinder, Kinder und Erwachsene geeignet ist. "Ich hatte viele Ideen für die Projektwoche. Das Stuhl-Projekt ist mir im Traum erschienen, also habe ich mich dafür entschieden", so Stemberg. Sie überlegt nun, den Stuhl an ihre Nichten und Neffen zu verschenken.

Im zweiten Ausbildungsjahr

Alle teilnehmenden Azubis befinden sich im zweiten von in der Regel drei Ausbildungsjahren. Im Berufskolleg lernen sie theoretische Grundlagen der Tischler-Arbeit. Für die Gesellenprüfung müssen sie erneut eine individuelle Arbeit anfertigen. "Dafür war die Projektwoche, bei der sie das erste Mal richtig planen und arbeiten konnten, eine tolle Übung", befand Olaf Gernandt.

Quelle: RP
 
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