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Mettmann
Rittergut Schöller verzaubert wie 1001 Nacht

Mettmann: Rittergut Schöller verzaubert wie 1001 Nacht
"1001 Tropfen" wurde rings um das Rittergut Schöller zu einer besonderen Naturerfahrung. Die Tänzer nahmen die Zuschauer mit auf eine Reise in den nächtlichen Wald und an Orte am Wasser. FOTO: Mikko Schümmelfelder
Mettmann. Ein Wuppertaler Tanztheater hatte zu "1001 Tropfen" eingeladen. Die Natur war die Bühne. Von Sabine Maguire

Es tropft. Es plätschert. Es rauscht. Irgendwo ruft ein Vogel sein Lied in den Wald. Und mittendrin, dem Dunkel der Nacht entrinnend: Vier elfengleiche Tänzerinnen. Sie laufen durch den Bach, legen sich auf Kieselsteine, sind ineinander verschlungen. Es ist eine wunderbare Stille, die dieses Bild umhüllt. Wann steht man schon mal nachts am Wasser? Nur selten wird man so hineingezogen in die Tiefe der Nacht und die Geheimnisse der Natur. Am Wochenende konnte man dieses leise Spektakel rings um das Rittergut Schöller erleben. Dort hatte ein Wuppertaler Tanztheater zu "1001 Tropfen" eingeladen.

Das einem bei dieser Sprachverwandtschaft zu "Tausendundeiner Nacht" gleich der Märchen-Epos in den Sinn kommt, mag gewollt sein. Und wer dazu noch weiß, dass das Rittergut auch unter "Herrlichkeit Schöller" firmiert, der wird sich gefreut haben über so viel nächtlichen Glanz am verwunschenen Ort. Begleitet von Bratsche, Querflöte und Steinxylophon wandelten die vier Grazien gemeinsam mit dem Publikum durch Feld, Wald und Wiesen. Zwischendrin der archetypische Held, der vom Flussufer kommend oder sich von Bäumen schwingend die rettende Hand bot.

Kulissen waren nicht nötig. Die Natur war Bühne genug. "Wir tanzen schon seit Jahren im Wald. Es ist eine besondere Naturerfahrung", spricht Choreografin Gabriele Koch über das, was die Tänzerinnen nach draußen lockt. Dorthin wollen sie unbedingt auch diejenigen mitnehmen, die ihnen dabei zuschauen. Man taucht ein in eine Welt, die inmitten alltäglicher Unruhe und Getriebenheit schon beinahe in Vergessenheit geraten ist. Dabei ist sie direkt nebenan, zum Greifen nah und man braucht nicht mehr zu tun, als sich darauf einzulassen. "Kleine leise Tropfen, Prasseln, Strömen: Wer in dieser Region lebt, kennt die 1001 Varianten des Regens", erzählt Gabriele Koch über die Nähe zum Wasser, an der entlang sich das Tanztheater bewegt. Die sanften und wilden Geräusche und das Gefühl, vom Regen gepeitscht zu werden. Der kleine Bach, der unentwegt plätschert. Und die Gefühle, die so in einem wach gerufen werden. All das seien sich in der Natur spiegelnde Aggregatzustände des Lebens. "Wasser ist ein Sinnbild für Leben und Tod und damit Ausdruck all dessen, was im Fluss ist", so die Choreografin.

Von sanftem Licht geleitet folgten die Zuschauer dem Tanztheater durch die Nacht. Still werdend, von Eindrücken gebannt und entrückt. Man könnte all das als Einladung verstehen, um es bald schon allein zu tun.

Übrigens: Die Tanztheatertrilogie "1001 Tropfen" ist ein letztes Mal am kommenden Wochenende (22. und 23. Juli um 19.30 Uhr) in Heiligenhaus zu erleben. Dort bewegen sich die Tänzerinnen im "Paradies" an der Abtskücher Straße 37 durch Wasser und Wald. Festes Schuhwerk wird empfohlen. Der Eintritt ist frei, es wird um Spenden gebeten.

Quelle: RP
 
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