| 12.16 Uhr

Erkrath
Schauspiel im Wohnzimmer

Düsseldorf. Beate Sarrazin erfüllt sich in ihrer Wohnung am Naheweg einen Traum. Sie hat ein Theaterzimmer eingerichtet, in dem sie vor einer kleinen Schar von Zuschauern auftritt. Sie übernimmt dabei Schauspiel und Regie. Von Simone Kampf

Wer ins Theater gehen möchte, muss dafür längst nicht die großen Bühnen besuchen. Beate Sarrazin ist Schauspielerin und hat sich in ihrer Wohnung am Naheweg ein eigenes Theaterzimmer eingerichtet. Hier kann sie nach Lust und Laune schauspielern und ihrer künstlerischen Kreativität freien Lauf lassen. In ihrem Theater "Anderswo" gibt es sogar ein richtiges Bühnenbild und genug Platz für 25 Zuschauer.

Dahinter steckt natürlich Absicht: Durch die Nähe bekomme das Publikum die Magie des Theaters wesentlich deutlicher zu spüren, sagt Sarrazin. "Vorstellungskraft, Fantasie, Träume und der Glaube an das, was wir tun, sind die Basis für die Arbeit des Schauspielers", sagt sie.

Mit dem Publikum spielen

Das gilt in ihrem Theater auch für die Zuschauer: Denn dem Schauspieler sei es auf diese Weise nicht möglich, sich hinter großen Bühnenbildern und Requisiten zu verstecken. Vielmehr entstünde so eine unmittelbare Atmosphäre, die es dem Schauspieler ermögliche, mit dem Publikum zu "spielen", so Sarrazin.

20 Zuschauer nahmen jetzt die Gelegenheit war und genossen unter dem Motto "Atempause – Augenblick, bleib stehen, denn du bist schön zu genießen" einen traumhaften Abend in Sarrazins Wohnzimmertheater am Naheweg 25. Das Thema des Stücks war ganz alltäglich und doch sehr persönlich: Ein Tag im öffentlichen Nahverkehr und die gleichzeitige Wanderung durch das Leben eines Menschen.

"Beim Warten auf die Bahn werden Sehnsüchte im Alltag lebendig", sagt die Schauspielerin. Vorbei rasende Autos, Sonnenaufgang, Sonnenuntergang, Liebe und Kindheit werden zum Thema und durch musikalische Einspielungen und Lichtwechsel eindrucksvoll untermalt. Fasziniert von Sarrazins selbst geschriebener Vorstellung, lauschte das Publikum gespannt den ausdrucksstarken Versen und ließ sich mitreißen. Von ihrer Freundin Andrea Leven wurde die Schauspielerin mit Gesang unterstützt.

"Ich habe mir mit diesem Zimmer einen Traum erfüllt", sagt Sarrazin. Bei ihren Vorstellungen übernimmt sie selbst sowohl Schauspiel als auch Regie. "Die Abende untergliedern sich häufig in verschiedene Teile. Im ersten Abschnitt spiele ich oft ein von mir selbst ausgedachtes Stück und nach der Pause werden etwa Gedichte vorgelesen oder es bietet sich Gelegenheit zum Improvisieren."

Improvisation, das Unerwartete, gehört für die Erkratherin zur Schauspielkunst dazu. Für den nächsten Termin in ihrem Wohnzimmertheater wünscht sie sich, dass auch Gäste etwas vorführen.

Quelle: RP
 
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