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An(ge-)dacht
Schaut nicht weg !

Mettmann. Schaut nicht weg - Das könnte eine sehr klare und offene Formulierung für das folgende Bibelzitat sein: "Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan." Diese Worte finden wir in der Bibel im Neuen Testament, ganz konkret im Kapitel 25 des Matthäus-Evangeliums.

Seit vielen Monaten erreichen uns die Bilder der Menschen, die aus Ländern mit kriegerischen Konflikten fliehen und dabei ungeahnte Risiken für ihr Leben eingehen. Aktuell bekannt sind uns nun vor allem die Bilder vom vergangenen Wochenende, an dem Hunderte von Menschen ihr Leben auf dem Mittelmeer verloren haben.

Dieses Leid muss uns berühren. Es darf uns nicht gleichgültig sein oder gleichgültig machen. Hierbei ist es angebracht, sich in die Not eines Flüchtlings zu versetzen. Wir haben eine lebenswerte Heimat in Deutschland. Dennoch: Keiner von uns kann sich den Ort auf der Welt aussuchen, an dem er geboren wird und sein Leben gestalten soll. Wir haben eine Verantwortung dafür, unsere Lebenssituation dankbar mit Menschen zu teilen, die auf Hilfe angewiesen sind. Das oben geschriebene Bibelzitat steht zwar im Neuen Testament der Bibel - es gilt aber nicht nur für Christen. Es gilt für alle Menschen und kann als Leitsatz für eine Gesellschaft verstanden werden, die in Frieden und gegenseitiger Achtung miteinander leben will. Unabhängig von Herkunft, Sprache oder Hautfarbe. In Mettmann gibt es dieses Engagement vieler Bürger für Flüchtlinge, die in einigen Häusern der Stadt leben. Hilfe für andere Menschen führt auch zu einem erfüllteren eigenen Leben - denn es gibt dem Helfenden etwas, was man selten mit Geld und Konsum erreichen wird: Dankbarkeit und Freundschaft.

KAPLAN TORSTEN HOHMANN, KATH.PFARRGEMEINDE ST.LAMBERTUS

Quelle: RP
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