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Erkrath
Schulweg für Erwachsene

Erkrath: Schulweg für Erwachsene
Anhand einzelner Punkte beschreibt Wolfgang Zöllner die Wanderung quer durch die Stadt Erkrath. FOTO: Zöllner
Erkrath. Wolfgang Zöllner aus Unterfeldhaus hat pünktlich zum Schulbeginn eine Wanderroute entwickelt, die an allen Erkrather Schulen vorbeiführt. Wer losmarschiert, ist 6,5 Stunden unterwegs. Die Stadt lobt das Engagement. Von Corinna Kuhs

Dass es buchstäblich anstrengend ist, zur Schule zu gehen, das stellt Wolfgang Zöllner jetzt unter Beweis. Der Erkrather hat eine Wanderkarte ins Internet gestellt, die einen Weg beschreibt, der Ausdauer erfordert. "Wer sich schon mal optisch informieren möchte, an welcher Schule sein Kind am besten aufgehoben wäre, kommt auf dieser Rundwanderung in sechs Stunden und 30 Minuten an allen 17 Erkrather Schulen vorbei", beschreibt Zöllner sein Angebot.

Exakt 21,9 Kilometer sind demnach zu bewältigen. Die Wanderer legen 280 Höhenmeter zurück und sollten, so Zöllners Vorschlag, möglichst zwischen März und Oktober auf Tour gehen.

Auch in Abschnitten möglich

Für alle, denen knapp 22 Kilometer ähnlich unbewältigbar scheinen wie einem i-Dötzchen die vor ihm liegenden mindestens zehn Schuljahre, der kann die Wanderung stückeln: "Die Route ist auch teilbar in zwei halbtägige Rundwege zu den Schulen von Alt-Erkrath/Unterfeldhaus/Kempen und zu den Schulen für Hochdahl/Millrath/Willbeck/Sandheide."

Ein Einstieg in die Tour sei an jeder Stelle möglich, verspricht Zöllner. "Sie wandern auf teilweise markierten, gut sichtbaren Schotter-, Asphalt- und Pflasterwegen sowie Wanderpfaden in hügeligem Gelände."

Wer schlappmacht: "Unterwegs bestehen Einkehrmöglichkeiten in allen Stadtteilen." Dennoch warnt der Wanderfreund: Die körperliche Belastung sei hoch. Zöllner hat ein Höhenprofil (Obacht: Bei Kilometer sieben wird es anstrengend!) sowie eine detaillierte Karte mit den eingezeichneten Schulen dazugestellt. Karte, Beschreibung und GPS-Angaben sind auf Zöllners Homepage downloadbar. "Die Stadt ist erstaunlich grün und weitläufig", sagt Zöllner über seine Heimat. "Durch das Wandern kann man die Stadt kennen lernen und hält sich zudem fit."

Da Erkrath dreigeteilt sei, gebe es kaum jemanden, der die ganze Stadt wirklich kennt. Mit seinen Wandertipps will Zöllner, der als Rentner Zeit hat, alle Routen zu erkunden, dazu bringen, mehr von der Heimat zu erfahren. Er selbst ist pro Woche zwischen 20 und 40 Kilometern in Wanderschuhen unterwegs und entdeckt immer wieder Neues. Meist hat er sein Autonavigationsgerät dabei, um die Routen mit GPS-Daten zu dokumentieren.

"Höchste Anerkennung"

Die Stadt Erkrath ist angesichts dieser Einsatzfreude begeistert und verlinkt auf ihrer Homepage auf die Seite von Zöllner. "Ich finde das toll, was da für eine Arbeit hintersteckt und welche tollen Tipps da gegeben werden", sagt Ulrich Schwab-Bachmann, Leiter des Amtes für Schule, Kultur und Sport. "Man kann im Prinzip gleich den Rucksack packen und loswanders. So etwas verdient höchste Anerkennung."

(RP/ila)
 
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