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Mettmann
Seibelspange: Verkehr auf neuen Wegen

Mettmann: Seibelspange: Verkehr auf neuen Wegen
Ab dem 2. Oktober fahren Autos über die Seibelspange. Wie entwickelt sich der Verkehr auf der Nordstraße, wie in der Innenstadt? FOTO: Achim Blazy
Mettmann. In Mettmann haben sich Bürgerinitiativen gegründet, die befürchten, dass Verkehr durch ihr Wohngebiet führt. Von Sabine Maguire

Mehr als zehn Jahre liegen zwischen den ersten Planungen zur Verkehrsberuhigung der Innenstadt und der bevorstehenden Eröffnung der Seibelquerspange. Auf der Osttangente herrscht schon seit einem Jahr mal mehr und mal weniger reger Verkehr. Eigentlich könnte sich Baudezernent Kurt Werner Geschorec entspannt zurücklehnen. Straßen gebaut, Konzept umgesetzt, fertig! Wären da nicht aufgebrachte Bürger, besorgte Bürgerinitiativen, verunsicherte Einzelhändler und inmitten des Bürgermeister-Wahlkampfgetümmels auch noch besonders rege Kommunalpolitiker.

Die einen stört es, dass sie nicht mehr mit dem Auto von A nach B kommen. Die anderen fragen sich, warum bei vielen möglichen Wegen ins sprichwörtliche Rom unbedingt auf dem gefahren werden muss, der vor der eigenen Haustür entlangführt. Als Geschäftsmann möchte man es der Kundschaft natürlich bequem machen, als Politiker vor allem die Wähler betören. Eine schwierige Gemengelage, deren Protagonisten vor allem eines eint: Es gilt nur allzu oft das Sankt-Florian-Prinzip. Argumente für Tempo 30-Zonen, Querungshilfen oder möglichst abweisende Straßenschwellen lassen sich vielerorts finden. Wer es als Politiker versteht, sich diese Stimmungen zunutze zu machen, darf mit breiter Zustimmung rechnen.

Darauf angesprochen, räumt Kurt Werner Geschorec ein: "Wir können es nicht jedem recht machen." Im Klartext heißt das: Die Stadtverwaltung hält an den Plänen fest, die seit mehr als einem Jahrzehnt die Grundlage für die Innenstadt-Verkehrsplanung bilden. Die Anwohner der Nordstraße werden also damit leben müssen, dass die geplante Verkehrsführung alternativlos ist. "Die Nordstraße ist und bleibt eine Hauptverbindungsstraße. Mit der früher geplanten B7 n wäre das anders gewesen", stellt Bauabteilungsleiter Dr. Stephan Kopp klar. Zuviel Verkehr in der Lutterbecker Straße sei hingegen nicht gewollt - auch da gibt es seitens der Verwaltung eine klare Ansage.

Geschorec und Kopp wehren sich zudem gegen den Vorwurf der Konzeptlosigkeit, der ihnen des Öfteren gemacht wird. "Wir sitzen hier nicht mit dem Schraubenzieher und der Kappe auf dem Kopf und basteln an irgendetwas herum", stellen beide klar, dass auch die oft kritisierte Ampelschaltung einem wohldurchdachten Plan folgt.

Das die Verkehrsplanung oft durch die Brille subjektiver Befindlichkeiten wahrgenommen und kritisiert wird, mache es nicht immer leicht. Den Einwand, sich durch den öffentlichen Druck von Bürgerinitiativen oder auch von politischen Ränkespielen leiten zu lassen, wollen sie dennoch nicht gelten lassen. "Es gab Einzelfälle, in denen die Politik unseren Vorschlägen nicht gefolgt ist. Die Regel ist das aber nicht", sagt Kurt Werner Geschorec. Bislang sei es meist so gewesen, dass sowohl der Verkehrsausschuss als auch der Rat den Verwaltungsargumenten gefolgt sei.

Was die Innenstadtplanung betrifft, so heißt das: Die "weiche" Lösung, bei der jeder einfach nur ein Anliegen zu haben braucht, um weiter durch die als Anliegerstraße ausgewiesene untere Flintropstraße und die Breite Straße fahren zu können, ist vorerst vom Tisch. Die Nordstraße bleibt für den Schwerlastverkehr offen - allein schon deshalb, weil ansonsten die Landeszuschüsse zurückgezahlt werden müssten. Während dort weiterhin Tempo 50 gelten soll, wird es am Goldberg zukünftig langsamer vorangehen. Denn dort gibt es mit der Osttangente mittlerweile eine Alternative.

Fazit: Alle sind zu Wort gekommen, Einwände wurden hin und her gewendet - um am Ende sagen zu können: Die ursprüngliche Lösung war wohl doch die beste.

Quelle: RP
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