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Mettmann
Sexualberatung in Schulen ist gefragt

Mettmann. Mitarbeiter der Beratungsstelle "Pro Familia" haben im vergangenen Jahr mehr als 43 Schulklassen im Kreis besucht, sowie Projekte für Jungen veranstaltet. Von Oliver Wiegand

Wenn es um das Thema Geld geht, ist Andreas Müller etwas genervt. "Wir machen doch gute Arbeit und jedes Jahr müssen wir erneut um die Mittel kämpfen", sagt der Leiter der Beratungsstelle "Pro Familia" in Mettmann gestern bei der Vorstellung des Jahresberichts.

Pro Familia ist ein Verband zu den Themen Sexualität, Partnerschaft und Familienplanung und hat in Deutschland mehr als 180 Beratungsstellen. Die Filiale an der Elberfelder Straße in Mettmann ist zuständig für den ganzen Kreis, und die Mitarbeiter haben viel zu tun. Eines der Kernthemen ist die Schwangerschaftskonfliktberatung. Die ist rechtlich vorgeschrieben, wenn eine Abtreibung straffrei erfolgen soll. 246 Frauen nahmen im vergangenen Jahr die Beratung in Anspruch. Darüber hinaus finden in der Beratungsstelle aber auch viele Gespräche rund um das Thema Verhütung und Familienplanung statt. Die Pädagogen und Psychologen haben im Jahr 2014 insgesamt 574 Gespräche geführt.

Einen immer größer werdenden Teil der Arbeit nimmt die sexualpädagogische Arbeit in Schulen ein. "Da ist die Nachfrage manchmal größer, als wir anbieten können", sagt Müller. Der Sexualpädagoge bietet selbst sogenannte "Jungenkurse" in Schulen an, die auf große Resonanz stoßen. Das Thema männliche Geschlechtsorgane komme im Biologieunterricht viel zu kurz, so Müller.

Wenn Mädchen dabei sind, trauten sich die Jungen auch nicht, gezielt Fragen zu stellen. "Ich habe den Vorteil, ich komme von Außen, mich sehen die Schüler so schnell nicht wieder. Das sorgt für eine sehr offene Gesprächsatmosphäre", so Andreas Müller. Ähnliches erlebt Nora Diecks, die jetzt seit gut einem Jahr im Team mitarbeitet, bei Kursen, die sie speziell für Mädchen anbietet.

Im vergangenen Jahr gab es 43 Veranstaltungen in Schulklassen, 12 Jungenprojekte, 34 Gruppenveranstaltungen - so dass mehr als 700 Schüler erreicht wurden. Immer wieder greift auch der Förderverein Pro Familia unter die Arme, damit die Arbeit weiter gehen kann.

Quelle: RP
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