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Mettmann
Spielend lernen im Neanderthal Museum

Mettmann: Spielend lernen im Neanderthal Museum
Mehl mahlen war früher ganz schön anstrengend und sehr zeitaufwändig. Beim Sommerfest standen am Wochenende viele Experimente für Kinder auf dem Programm. FOTO: Janicki Dietrich
Mettmann. Beim Sommerfest konnten Kinder erfahren, wie man in der Steinzeit Feuer gemacht hat. Darüber hinaus gabe viele Preise zu gewinnen. Am Fundort konnten Kinder naturgetreu die Arbeiten von Archäologen nachvollziehen. Von Hanna Eisenbart

Spielend lernen - das ist wohl das Erfolgsrezept der Organisatoren des Neandertaler Sommerfestes. Die Begeisterung der kleinen und größeren Besucher, die das letzte Ferienwochenende nutzten, um dem Neandertaler einen Besuch abzustatten, war umso größer, je mehr sie von den Steinzeitmenschen erfahren konnten.

Da wurde wie in der Steinzeit mit einem Feuerstein Feuer gemacht und der Hamburger Holger Junker, Archäologe und Spezialist in der Vermittlung eiszeitlicher Grundtechniken, stand mit Rat und Tat zur Seite. Beim Mahlen von Getreidekörnern standen nur Steine zur Verfügung und die Kinder begriffen, wie viel Mühe und Arbeit es kostete, Brot herzustellen.

Wolfgang Heuschen, Archäologe aus Hochdahl, hat vor 17 Jahren einen Backofen der Steinzeit entsprechend originalgetreu nachgebaut und nach alten Regeln befeuert. Bis die Steinzeit- Brötchen fertig waren, konnten sich die Besucher mithilfe anschaulicher Fotos und Beschreibungen informieren: "Vom Getreide bis zum fertigen Brot". Dass die ersten Brötchen fast immer verbrannten, lag einfach daran, dass die Temperatur des Backofens nicht gemessen, sondern nur getestet werden konnte und man nahm zum Testen einfach ein Stück Teig und legte es in den Ofen - das ist der heute so beliebte Flammkuchen.

Am Glücksrad des Zoo - Vereins Wuppertal hatte der jüngste Sohn der Familie Bäcker, die extra aus Wetzlar mit ihren französischen Freunden aus Lyon angereist war, viel Glück und kleine Tierbilder des Zoo - Vereins wechselten den Besitzer. An verschiedenen Ständen konnten Kinder Steinanhänger basteln, Steine bemalen, Enten angeln (in Anlehnung an die aktuelle Ausstellung: Duckomenta) und überall waren sie mit großem Eifer am Werk.

Lutz Hanten aus Mettmann hatte beim Loskauf Glück: Von 11 Losen hatte er immerhin drei Gewinne und durfte sich drei Geschenke aussuchen. Das Urgestein des Teams vom Neanderthal -Museum war natürlich auch im Einsatz: Betti Schubert ist seit 20 Jahren ehrenamtliche Mitarbeiterin im Museum und versieht ihren Dienst als Museumsführerin mit immer noch wachsender Begeisterung. Die Zusammenarbeit mit dem tollen Kollegenteam war ihr wichtig zu erwähnen, das sich mit überaus großem archäologischen Fachwissen und voller neuer Ideen engagiert. Sie betreute den Stand, an dem aus Ton Figuren geformt und im steinzeitlichen Ofen gebrannt wurden - wunderschöne Andenken für die kleinen Künstler. Am Fundort des Neandertalers konnten Kinder fast naturgetreu die Arbeiten von Archäologen nachvollziehen. Das vorher in großen Wannen unter Sand versteckte Repertoire an möglichen Funden war anschließend anhand lehrreich gestalteter Fotos und Informationen zeitlich einzuordnen.

Bei Knochenfunden konnte man einen Archozoologen (das Fach kann man studieren) um Hilfe bitten. Ein Perkussionsinstrument bestehend aus verschieden langen und breiten Bambusrohren lud zum Musikmachen ein und ein Mitmachzirkus ließ Kinder auf einem Band balancieren, Einrad fahren und auch auf einer Hüpfburg einfach mal herumtollen. Auch das Bogenschießen darf nicht unerwähnt bleiben, lud aber mehr die Väter der Sprösslinge ein.

Kleine Tattoos mit steinzeitlichen Motiven werden die jungen Besucher noch einige Zeit an das Fest beim Neanderthal Museum erinnern und die vielen Helfer durften sich über großes Interesse bei Jung und Alt freuen.

Quelle: RP
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