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Lokalsport
Altes Trainergespann kehrt als Gegner zurück

Mettmann. Die Begegnung des VfB 03 Hilden am Sonntag ist nicht frei von Emotionen. Zumal auch der ETB SW Essen im Kampf um den Oberliga-Erhalt Punkte braucht. Von Birgit Sicker

VfB 03 Hilden - ETB SW Essen. Die Partie ist für die Hildener irgendwie ein Glanzlicht. Das liegt auch am Anpfiff um 15 Uhr - am Ende der zweiten Halbzeit dürfte auf der Anlage an der Hoffeldstraße wohl das Flutlicht brennen. Viel wichtiger aber ist, dass die Fußballer des VfB 03 auf ihren alten Coach Toni Molina treffen. Der wechselte nach zwei Oberliga-Spielzeiten beim Hildener Traditionsklub im Sommer zum Klassenrivalen ETB SW Essen. Beiden Mannschaften gemein sind die Startprobleme zu Beginn der Saison. Inzwischen aber stehen beide Kontrahenten in der sicheren Region der Oberliga.

"Natürlich ist es ein komisches Gefühl, gegen Toni zu spielen", sagt Patrick Percoco. Und ergänzt: "Er war ein super Trainer und ist ein guter Freund geworden. Noch vor zwei Wochen haben wir zusammen den clásico geschaut. Noch schöner ist es aber, Toni auf dem Fußballplatz zu treffen." El clásico - das ist das stets junge Fußball-Duell zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona, das natürlich auch die beiden in Deutschland lebenden Spanier in den Bann zieht. "Toni kennt mich schon als kleines Kind", plaudert Patrick Percoco weiter aus dem Nähkästchen. Der erste Kontakt kam über die Eltern und den spanischen Familienverein in Hilden. Später spielte der Sport eine große Rolle. "Mein kleiner Bruder war mit Toni bei der Fortuna", erzählt Percoco. Was er an dem 42-Jährigen besonders schätzt? "Seine Ehrlichkeit. Und er ist ein Taktik-Fanatiker." Geschenke will Percoco am Sonntag aber keine verteilen. Im Gegenteil: "Ich hoffe, wir können das, was wir bei ihm gelernt haben, zu drei Punkten nutzen." Aus Sicht des 23-Jährigen wäre es zum Abschluss der Hinrunde ein wichtiger Sieg, "wie Ostern und Weihnachten an einem Tag". Denn mit dann 25 Punkten auf dem Konto kämen die Hildener ihrem Ziel, dem Klassenerhalt, ein großes Stück näher.

Doch auch für die Essener wäre ein Erfolgserlebnis am Sonntag enorm wichtig. Denn in den letzten vier Begegnungen gab es nur einen Punkt. Doch Toni Molina weiß um die Schwere der Aufgabe. "Der VfB hat einen sehr guten Lauf", betont er. Fünf Siege in den letzten sechs Begegnungen sorgen für eine breite Brust. "Bei uns ist das Selbstvertrauen nicht da, deshalb können wir im Moment auch nicht so gut punkten", erklärt Molina. Dazu kommt der alte Kunstrasen an der Hoffeldstraße, der auch die Essener das Fürchten lehrt. "Es ist erstaunlich, dass die Sportstadt Hilden da nichts macht."

Von Emotionen ist beim ehemaligen Chefcoach des VfB 03 im Vorfeld der Begegnung nicht viel zu merken. "Ich freue mich einfach darauf, nach der Partie mal den einen oder anderen Spieler oder auch Fan zu sehen", stellt Molina fest, der immer noch bei den Altherren des VfB 03 kickt. Sein CoTrainer Reinhard Thiel hingegen verspürt schon eher "ein Kribbeln".

Ganz frei von Gefühlen ist Björn Scheffels. Gleichwohl spürt auch der Interimscoach der Hildener, dass in dieser Partie "ein besonderer Pfeffer drinsteckt, wenn der Toni auf seine ehemalige Mannschaft trifft". Doch Scheffels geht das Duell entspannt an. "Wir wollen das Bestmögliche erreichen - mal schauen, wo wir am Ende stehen", sagt er. Immerhin kann er personell aus dem Vollen schöpfen. Denn nach Pascal Weber meldete sich auch Dennis Krol aus dem Lager der Rekonvaleszenten zurück. In puncto Taktik bieten sich damit Alternativen.

Quelle: RP
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