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Handball
ASV Mettmann hat jetzt auch eine Handball-Abteilung

Mettmann. Die Handball-Landschaft im Kreis Wuppertal Niederberg ist mit dem ASV Mettmann um einen Verein reicher. Dabei kam der reine Fußballverein überraschend zu der Abteilung, die bislang nur aus der bisherigen zweiten Frauenmannschaft von Mettmann-Sport besteht. "Ich war selbst überrascht, als ich von der Möglichkeit erfuhr", erinnert sich ASV-Geschäftsführer Ali Kuran an die erste Anfrage des Frauen-Teams. Von Erdinc Özcan-Schulz

Michelle Perpeet, ergriff mit ihrem Freund Cihan Yilmaz, Fußballer beim ASV, die Initiative und klopfte das Interesse des Vereins ab. "Warum nicht, wenn wir 15 Frauen bekommen, die ihrem Sport nachgehen wollen, stimmen wir dem doch gerne zu", sagt Kuran, der sich selbst als Fan auch die Spiele des Bezirksligisten anschauen will. Sichtlich beeindruckt zeigt sich auch Trainer Harry Mitscher von den Bemühungen seines Vorstandes. "Wir sind mit offenen Armen aufgenommen worden und sind von dem bisherigen Zuspruch begeistert", sagt der 58-Jährige, der zugleich den Posten des Abteilungsleiters übernahm.

Den Wechsel begründet Mitscher damit, dass seine Spielerinnen zusammenbleiben und ihn weiter als Trainer haben wollten. "Dadurch ergab sich nur dieser Weg", sagt er. Denn bei Mettmann-Sport wurde dem Übungsleiter nach eigenen Angaben am letzten Spieltag im Mai mitgeteilt, dass sein Vertrag nicht verlängert wird. Als seine Spielerinnen das mitbekamen, wurden sie aktiv. Der neue Vorsitzende von MESport, bestätigt den Ablauf. "Es gab eine einstimmige Entscheidung von der Abteilungsleitung und vom Vorstand, den Vertrag des Trainers nicht zu verlängern", sagt Frank Fischer, der den Wechsel der Frauenmannschaft bedauert, aber respektiert. Mehr will der Vereinsboss zu dem Thema nicht mehr sagen. Schließlich seien alle Entscheidungen gefallen.

"Das ist sicherlich mal ein anderer, spannender Weg", blickt der selbstständige Ingenieur Mitscher auf die kommende Saison. Mit der einen oder anderen erfahrenen Spielerin, nach der die neuen Rot-Weißen noch suchen, traut Mitscher der Mannschaft einen der oberen Plätze zu. "Wobei es überhaupt keine Vorgaben oder sonstige Erfolgszwänge gibt", betont der Coach, der seinen ehemaligen Verein immer noch als den ambitionierteren Klub sieht.

Ob die Abteilung noch wachsen soll, vermag keiner der Verantwortlichen sagen. Beide Seiten wollen am Ende der Saison nach den Erfahrungen des ersten Jahres ein Resümee ziehen. "Wenn Mannschaften kommen, werde ich sie bestimmt nicht wegschicken", zeigt sich Kuran zumindest offen. "Das wäre natürlich wünschenswert", sagt Mitscher, der sich durchaus vorstellen kann, beim ASV etwas zu entwickeln. Wobei dem Duo der Spaß der Sportlerinnen an ihrem Hobby und die sportliche Entwicklung wichtiger sind, als sich zu diesem Zeitpunkt mit großen Zukunftsplänen zu beschäftigen.

Quelle: RP
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