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Athletin von ME-Sport bricht alle Rekorde

Lokalsport: Athletin von ME-Sport bricht alle Rekorde
Silke Schmidt hat sich inzwischen daran gewöhnt, mit "Gold" behangen zu werden - sie gewinnt in großer Regelmäßigkeit. FOTO: Privat
Mettmann. Die 56-jährige Silke Schmidt wurde vom Weltverband der Senioren als beste Leichtathletin des Jahres ausgezeichnet. Im Sommer holte sie vier Goldmedaillen bei der Weltmeisterschaft. Von Nicole Marschall

Das erfolgreichste Jahr der Karriere begann mit einer Verletzung. Im August 2014 hatte sich Silke Schmidt den Arm gebrochen. "Das sind eigentlich keine guten Voraussetzungen für gute Leistung", sagt die Leichtathletin. Offensichtlich doch. Denn nach dem Armbruch kam die heute 56-jährige Leichtathletin, die für ME-Sport startet, besser aus den Startlöchern als je zuvor. 2015 war das beste Jahr ihrer Karriere. Und das, nachdem sie bereits im Vorjahr als beste Athletin ausgezeichnet wurde.

Bei den Master-Weltmeisterschaften in Lyon (Frankreich) holte sie als W55-Starterin vier Goldmedaillen über 1500, 5000 und 10.000 Meter sowie beim Halbmarathon. Insgesamt 13 Weltrekorde verbucht sie in diesem Jahr auf sieben verschiedenen Distanzen. Unter anderem lief sie die 3000 Meter in 10:03,90 Minuten, die 5000 in 17:28,27 sowie den Halbmarathon in 1:19:39 Stunden.

Für ihre sportlichen Leistungen wurde Silke Schmidt im September vom europäischen Senioren-Leichtathletikverband (EMA) zum European Best Master 2015 gewählt. Und Ende November wird sie nach Monaco reisen, um dort bei der Gala des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF ihre Auszeichnung als World Best Master 2015 in Empfang zu nehmen. Schmidt ist die zweite deutsche Senioren-Leichtathletin, die es in die "Hall of Fame" der Weltsportler des Jahres geschafft hat.

"Ausnahme-Athletin ist sicher die richtige Bezeichnung für Silke Schmidt", fasst Sandra Pietschmann, Geschäftsstellenleiterin von ME-Sport, die Erfolge ihres Vereinsmitglieds zusammen. Auf der Suche nach einem deutschen Verein war Silke Schmidt 2010 zurück zu ME-Sport gekommen. Als Jugendliche hatte sie rund drei Jahre Leichtathletik beim Mettmanner Turnverein (heute ME-Sport) trainiert, dann aber lange Zeit gar nichts mehr mit der Leichtathletik "am Hut". Tennis, Jazz-Dance, Modern Dance und Skilaufen wurden im jungen Erwachsenenalter ihre Sportarten. "In der Leichtathletik habe ich gar nichts mehr gemacht", erzählt sie, räumt dann aber ein, dass eine Dreiviertelstunde Joggen doch noch für die Kondition mit auf dem Trainingsplan stand.

1988 hat die berufliche Karriere ihres Mannes die Mettmannerin dann in die Niederlande verschlagen. Dort lebt sie auch heute noch und arbeitet als freiberufliche Literaturübersetzerin in Leiden. "In den Niederlanden habe ich den Laufsport wieder aufgenommen", erzählt sie. Der erste Wettkampf war gleich von Erfolg gekrönt und spornte an, weiterzumachen und das Training zu intensivieren. "Um an Meisterschaften teilnehmen zu können, brauchte ich dann einen deutschen Verein." So erklärt sie die Rückkehr zu ME-Sport.

2010 nahm Schmidt erstmals an den Deutschen Senioren-Meisterschaften teil - und wurde gleich Deutsche Meisterin über 5000 Meter. Ein Jahr später holte sie die Titel über 1500 und 5000 Meter. 2012 folgte die erste Teilnahme an einer Europa-Meisterschaft. Hier holte sie sich die Titel auf der 5000- und der 10.000-Meter-Strecke. Inzwischen läuft Silke Schmidt sieben verschiedene Distanzen.

Wie wird man - im sportlich betrachtet fortgeschritteneren Alter - so erfolgreich? "Durch Training", antwortet sie knapp. Jeden Tag läuft Schmidt anderthalb Stunden. Als Freiberuflerin kann sie sich die Trainingszeiten selbst einteilen und richtet diese nach dem Wetter. Ist es morgens trocken, geht sie erst raus trainieren. Regnet es, kommt erst die Arbeit. Und manchmal auch ein (hilfreicher) Armbruch.

Quelle: RP
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