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Wassersport
Auch Segler haben das Paddel griffbereit

Wassersport: Auch Segler haben das Paddel griffbereit
Alle sitzen in einem Boot: Die Gymnasiasten lernten von Beginn an, wie wichtig Teamarbeit ist. FOTO: Olaf Staschik
Hilden. Schüler des Haaner Gymnasiums bekommen bei der Seglergemeinschaft Hilden das Basiswissen vermittelt. Dann geht es auf den Elbsee. Weil an diesem Tag oft Windstille herrscht, müssen die Jugendlichen auch mit dem Paddel arbeiten, Von Dominique Schroller

Die kleinen Boote mit den bunten Segeln treiben mit sanftem Schaukeln auf dem Wasser. Wie in Zeitlupe scheinen sie umeinander herum zu tanzen, denn auf dem Elbsee herrscht Flaute. "Es hätte wirklich etwas mehr Wind sein dürfen", sagt Veit Hering. Der Trainer und Jugendwart beobachtet vom Ufer aus, wie die Segler immer wieder das Paddel zu Hilfe nehmen, um die Jollen zu manövrieren. Trotzdem haben die Schüler des Haaner Gymnasiums sichtlich Spaß an ihrer Segelpartie.

"Einer hat sich um das Steuer gekümmert, der andere um Paddel und Segel. An Bord sind wir ein richtig gutes Team", sagt Ole. Der Elfjährige war mit seinem Freund Conrad draußen, der schon etwas Erfahrung mitbringt. "Ich bin schon mal eine Woche auf dem Baldeneysee gesegelt. Bei Wind ist das Boot auch richtig schnell", berichtet der Schüler. "Wir mussten unterwegs immer darauf achten, das Gleichgewicht nicht zu verlieren und den Mast nicht ins Gesicht zu bekommen. Das war gar nicht so einfach", betont Ole. Die beiden Jungs haben die Herausforderungen gemeinsam gemeistert und können sich vorstellen, in Zukunft häufiger in einem Boot zu sitzen.

Das erhofft sich auch die Seglergemeinschaft Hilden von dem Ein-Tages-Kurs. "Wir wünschen uns natürlich, dass einige der Jugendlichen wirklich Interesse haben und wiederkommen", sagt Veit Hering. Er hat den Teilnehmern zunächst Basiswissen vermittelt. "Wir haben Knoten geübt, die Boote auf- und abgetakelt und gezeigt, wie sie sich an Bord bewegen oder zur Wende ansetzen." Anschließend dürfen die Fünft- bis Zehntklässler ihr Wissen auf dem Wasser anwenden. "Wir haben den Trainer mit auf dem See und zusätzlich ein Sicherungsboot mit Motor, falls jemand kentern sollte", sagt Veit Hering.

Bei den Optimisten besteht da keine Gefahr, deshalb dürfen die Schüler in den Einsteigerjollen selbstständig rausfahren. "Das ist richtig toll", schwärmt Sarah. Die 13-Jährige ist gerne auf dem Wasser, deshalb hat sie das Angebot sofort angesprochen. "Das klang interessant, deshalb habe ich mich sofort angemeldet." Es war für sie jedoch nicht immer ganz einfach, die Theorie auch in die Praxis umzusetzen. "Bei der Wende mussten wir darauf achten, rechtzeitig die Seiten zu wechseln, um uns den Kopf nicht zu stoßen, wenn der Baum umschlägt."

Ein Boot selbst zu steuern war für Mira eine ganz neue Erfahrung. "So etwas habe ich noch nie gemacht. Es war ein tolles Gefühl, da draußen alles selbst in der Hand zu haben", betont die Zwölfjährige. Diese Begeisterung sollten die Jugendlichen mitbringen, wenn sie sich ernsthaft für den Sport interessieren. "Eine Faszination für die Natur, für Wind und Wasser erleichtert den Einstieg. Alles andere lernen sie bei uns im Verein. Wir gehen da ganz spielerisch heran und integrieren die Vorbereitung auf den Jüngstensegelschein in das Training. Da lernen sie ganz nebenbei die nötigen Grundlagen und im Herbst können sie dann die Prüfung ablegen. Die meisten sind ganz stolz, wenn sie das geschafft haben", berichtet Veit Hering aus Erfahrung.

Anja würde gerne dort anknüpfen, wo sie heute aufgehört hat. "Es ist schön, über das Wasser zu gleiten und beim Segeln sind alle gefordert, um Kurs zu halten und sich um die Segel zu kümmern. Wenn richtig Wind ist, kann das sogar ganz schön stressig werden", sagt die 13-Jährige. Sie ist schon häufiger mit ihrer Familie gesegelt. "Das hat mir schon immer gut gefallen. Auch wenn heute kaum Wind war - das Paddeln hat auch Spaß gemacht."

Quelle: RP
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