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Reitsport
Ausdrucksvoller Trab in der Passage bringt Sieg

Reitsport: Ausdrucksvoller Trab in der Passage bringt Sieg
Sarah Runge, die ihre Pferde in Mettmann trainiert, holte auf Fürst Kaspar den vierten Platz in der anspruchsvollen S-Dressur. FOTO: Dietrich Janicki
Mettmann. Die Rheinische Meisterin Annabel Frenzen gewinnt auf Gershwin in eindrucksvoller Manier die S-Dressur des Löckenhoff-Turniers. Von Dominique Schroller

Sie sattelte, ritt und siegte. Die Rheinische Meisterin Annabel Frenzen hat überlegen die anspruchsvollste Prüfung beim Turnier des Reit- und Fahrvereins Velbert-Heiligenhaus gewonnen. Die erfolgsverwöhnte Amazone strahlte, als ihr Rapphengst Gershwin die Siegerdecke umgelegt und die goldene Schleife an die Kandare geheftet bekam. "Das ist meine erste Saison auf diesem Niveau und wir haben die anspruchsvolle Aufgabe ohne größere Fehler gemeistert. Deshalb bin ich sehr zufrieden."

Als zweites Paar im Viereck hatten sie die Richter auf der Reitanlage Löckenhoff mit ausdrucksvollen Trabverstärkungen, gleichmäßig durchgeschwungenen Passagen und sehr gesetzten Piaffen überzeugt. "Die Galoppwechsel sind auch gut gelungen. Gershwin ist sehr lektionssicher und hat mir in der Prüfung ein gutes Gefühl gegeben", sagte Annabel Frenzen. Sie bekam für ihre Vorstellung 68,19 Prozent und konnte sich damit deutlich von der Konkurrenz absetzen.

Die übrigen Starter offenbarten vielfach Schwächen, wenn in der SDressur mit drei Sternen und nach internationalem Standard höchste Versammlung gefordert war. Die schwebenden Trabtritte in der Passage hätten auch bei Anna-Louisa Boehmer und Santana deutlicher voneinander abgesetzt sein können, und in die erste Piaffe schlichen sich leichte Taktunsicherheiten ein. Punkten konnte das Paar in den doppelt bewerteten Galopppirouetten, in denen sich das Pferd sicher im Dreitakt um seine eigene Hinterhand bewegte. Bei den gleichmäßigen Einer-Wechseln verzählte sich die junge Reiterin allerdings und zeigte nur fünf statt der geforderten sieben.

"Das war absolut mein Fehler. Normalerweise reite ich neun und wollte diesmal bewusst früher aufhören und schon waren es zwei zu wenig", kommentierte die Amazone vom benachbarten Reit- und Fahrverein Wülfrath-Aprath ihre Leistung. Sie führte den kleinen Aussetzer auf ihre Nervosität zurück. "Es war unsere erste Dressur mit drei Sternen und ich war sehr aufgeregt. Santana hat das gespürt und das hat sie verunsichert."

Mit dynamischen Passagen und gleichmäßigen Piaffen präsentierte Sarah Runge ihren Fürst Kaspar. Der elastische Fuchs überzeugte außerdem in sehr raumgreifenden Trab- und Galoppverstärkungen und im Schritt. "Das sind auch seine großen Stärken", sagte die Reiterin, die zwar für den Reitverein Wintermühle einritt, ihre Pferde allerdings in Mettmann trainiert. "Es ist sehr entspannt, hier zu reiten, weil alles sehr gut organisiert ist." Noch nicht ganz so harmonisch wie mit Fürst Kaspar gelang die Aufgabe mit Versace. "Wir kennen uns noch nicht so lange und er erfordert viel Feingefühl. Deshalb schleichen sich kleine Fehler ein, die in der Summe viele Punkte kosten."

Eine harmonische Vorstellung mit Höhepunkten in den Verstärkungen und den fliegenden Galoppwechseln gelang Tara Schneider vom Reitverein Volkardey. Im Sattel von "Like the wind" bekam sie 65,18 Prozent und platzierte sich damit auf Rang drei. "Die Piaffen hätten etwas fleißiger sein können. Doch es war das erste Turnier unter freiem Himmel mit viel Publikum. Dafür hat sie sich sehr gut konzentriert", lobte die Ratingerin ihre Stute.

Pech hatte dagegen Nathalie Braun. Sie setzte ihren Sergio zunächst sehr gekonnt in Szene. Nach der mutigen Galoppverstärkung bockte der Wallach jedoch so ungestüm los, dass die Reiterin sich nur mit Mühe im Sattel halten konnte. Dafür bekam sie zwar einen Sonderapplaus der Zuschauer, bei der Siegerehrung musste sie allerdings zuschauen.

Quelle: RP
 
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