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Boxen
Boxerin Nadine Apetz bejubelt WM-Bronze

Hilden. Nadine Apetz schrieb schneller Sportgeschichte, als sie Anfang April noch glauben mochte. Da nämlich erhielt die Kämpferin des Boxring Hilden bei der Sportlerehrung der Stadt Hilden eine Auszeichnung für ihre Deutsche Vizemeisterschaft 2015 in der Gewichtsklasse 75 Kilogramm. Der Vizetitel war allerdings gar nicht nach dem Geschmack von Apetz, die am liebsten ganz oben auf dem Siegertreppchen steht und deshalb dem Auditorium ankündigte, in diesem Jahr wieder in ihrer angestammten Gewichtsklasse von 69 Kilogramm anzutreten. "Da habe ich es geschafft, zweimal in Folge die Deutsche Meisterschaft zu gewinnen", sagte die Amateur-Boxerin mit Nachdruck. Allerdings war der Wechsel der Gewichtsklasse auch dem Umstand geschuldet, dass Apetz unbedingt ihre Olympia-Chance nutzen wollte - und dort gibt es eben nur die 75-Kilogramm-Konkurrenz.

Die Rückkehr in ihre ureigene Domäne schadete Nadine Apetz auf jeden Fall nicht. Denn kurz danach schrieb die 30-Jährige jetzt deutsche Box-Geschichte, als sie bei der Weltmeisterschaft im kasachischen Astana im Weltergewicht durch einen einstimmigen Punktsieg über die US-Amerikanerin Naomi Graham das Halbfinale erreichte und damit die Bronzemedaille bereits sicher hatte. Nie zuvor hatte eine deutsche Boxerin bei den seit 2001 ausgetragenen Titelkämpfen Edelmetall gewonnen. Nach dem Erfolg war die zuvor doch sehr aufgeregte Apetz natürlich überglücklich. "Dieser Kampf war wohl der wichtigste in meinem Leben", strahlte sie übers ganze Gesicht. Den Traum von Gold vermochte sie sich danach nicht mehr zu erfüllen. Einstimmig sahen die Punktrichter in ihrem Halbfinale die Kasachin Walentina Chalsowa mit 3:0 (40:36, 40:36, 40:36) vorne. Apetz Freude tat diese Niederlage letztlich aber keinen Abbruch. Die Haanerin, die erst im Januar vom Boxring Hilden zu Colonia Köln an den Olympia-Stützpunkt wechselte, sich aber nicht für die Spiele in Rio qualifizieren konnte, hat jetzt noch eine minimale Chance, vielleicht mit einer Wildcard die Reise zum Turnier in Brasilien antreten zu können.

Groß war die Freude auch in der Heimat. "Wir sind sehr stolz auf Nadine. Die WM sollte für sie noch einmal ein Höhepunkt sein", erklärte Bärbel Ottehenning, Geschäftsführerin des Boxring Hilden, für den Apetz die vergangenen drei Jahre antrat.

(bs)
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