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Tennis
Davis-Cup-Sieger gibt wertvolle Tipps

Hilden. Der Ex-Profi Patrik Kühnen lud auf der Anlage des TC Hilden zum Schlägertest - und schlug selbst Bälle mit den Tennissportlern. Von Birgit Sicker

Gelassen spricht Patrik Kühnen die wesentliche Erkenntnis aus. "Tennis muss Spaß machen", sagte der ehemalige Profi, als er am Sonntag beim TC Hilden im SV Ost seine Visitenkarte abgab. Der 50-Jährige kam als Markenbotschafter und Schläger-Experte auf die Anlage am Heidekrug, hinterließ aber vor allem als Mensch einen nachhaltigen Eindruck. Denn geduldig erklärte der ehemalige Kapitän des Deutschen Davis-Cup-Teams Jung und Alt, worauf es beim Tennis ankommt. Und dabei spielt die Wahl des richtigen Rackets eine wichtige Rolle. Größe, Gewicht und Modell sind die drei elementaren Punkte.

Weil die Theorie oft grau ist, lud Kühnen die interessierten Besucher zum Praxistest auf der roten Asche ein. "Man muss einen Schläger auch mal in Ruhe testen", betont er. Ein Angebot, dass Dirk Biesen gerne annahm. Eine halbe Stunde lang übte der Medenspieler des TC Hilden mit ungewohntem Material Vor- und Rückhand. Sein Sparringspartner auf der anderen Seite des Netzes: Patrik Kühnen. Der Ex-Profi, der 1988 im Achtelfinale von Wimbledon Jimmy Connors in fünf Sätzen schlug und damit ins Viertelfinale einzog, spielte die Bälle präzise zurück. "Der Treffpunkt ist entscheidend", erklärt Kühnen. Will heißen: Jene Fläche des bespannten Schlägers, auf die der Ball prallt. Trifft der Spieler die gelbe Filzkugel mit dem Racket optimal, hat er mehr Kontrolle über den Schlag und entwickelt mehr Dynamik. Zugleich schont er die Gesundheit, weil der Arm nicht so belastet wird.

"Ein großer Schläger verzeiht mehr", sagt Kühnen. Denn je größer die Schlägerfläche ist, desto größer ist auch der optimale Treffpunkt. "Es macht Sinn, mal etwas Neues auszuprobieren", weiß Kühnen. Denn auch Gewicht und Griffstärke spielen eine große Rolle, ob sich der Tennissportler mit seinem Racket wohlfühlt. Egal, ob er nur ab und an in der Freizeit spielt, mit einer Mannschaft in Ligen um Punkte kämpft oder ein ambitionierter Turnierspieler ist. Kühnen unterstreicht: "Ein Schläger muss auch gefallen."

Dirk Biesen hat beim Ballwechsel mit Patrik Kühnen einiges gelernt. Seinen bewährten Schläger wird er wohl nicht aus der Hand legen. Das ist nicht zuletzt eine Sache des Gefühls - und der Markentreue. Ganz nebenbei hat er aber ein paar gute Tipps bekommen, wie er sein Spiel verbessern kann. "Es sind Kleinigkeiten, die viel ausmachen", hat Biesen erkannt. Bei der Rückhand will er nun gerade stehen und "nicht so viel mit dem Oberkörper zappeln, wenn der Ball kommt". Das sei einfach effektiver, macht Kühnen deutlich.

Auch Petra Schultz ist vom Auftritt des Ex-Profis angetan. Noch überlegt sie, welcher der ausprobierten Schläger am besten in der Hand liegt. Später möchte sie deshalb noch ein paar Bälle mit Kühnen schlagen. Einen wichtigen Tipp des dreifachen Davis-Cup-Siegers (1988, 1989 und 1993) will sie in Zukunft auf jeden Fall bei Vor- und Rückhand beherzigen. "Man soll erst stehen und dann schlagen", berichtet sie. Und damit das besser klappt, soll der Übende laut zählen. "Eins" fürs Stehen, "Zwei" fürs Schlagen. "Dann konzentriert man sich einfach besser auf den Ball", stellt Schultz fest. Manchmal sind es eben Kleinigkeiten, die im Tennissport den Unterschied ausmachen.

Quelle: RP
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