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Handball
Der nächste Anlauf in die Oberliga

Mettmann. Im Titelrennen der Verbandsliga hatten die Handballer von Mettmann-Sport zuletzt hauchdünn das Nachsehen. Jetzt greift das Team von Jürgen Tiedermann mit neuem Schwung und einem neuformierten Kader wieder an. Von Birgit Sicker

Nur knapp verpassten die Handballer von Mettmann-Sport in der abgelaufenen Saison den Aufstieg in die Oberliga. In einer spannenden Rückrunde hatte am Ende der TSV Aufderhöhe mit einem Zähler Vorsprung die Nase vorn. "Im entscheidenden Heimspiel gegen Aufderhöhe haben wir es verpasst, einen möglichen Sieg zu erzielen", analysiert Trainer Jürgen Tiedermann im Rückblick. In eigener Halle reichte es nur zu einem 27:27 - und den Punktverlust vermochten die Mettmanner in der Folge nicht mehr zu kompensieren. "Die Solinger waren in der Breite besser besetzt. Unserer jungen Mannschaft fehlte es ein wenig an Erfahrung, aber gerade das unbeschwerte Auftreten war zugleich ihre Stärke", sinniert der ME-Sport-Coach. Immerhin reichte es für seine Truppe zur Vizemeisterschaft. Und die gibt Selbstvertrauen, bald das Versäumte nachzuholen.

"Ändern müssen wir nicht unbedingt viel, doch ich erwarte - auch durch die Neuzugänge - eine Verbesserung der Abwehrarbeit", sagt Tiedermann. Die Hoffnungen ruhen da auch auf Vincent Widera. Der 22-Jährige kommt vom TSV Kaldenkirchen und packt nicht nur in der Deckung gut zu, sondern gilt zugleich als wurfstarker Angreifer. Ein wichtiger Baustein im neuformierten Kader ist zudem Andre Loschinski. Der 30Jährige, der bereits das Mettmanner Trikot trug, sammelte Zweitliga-Erfahrung unter anderem beim Leichlinger TV und der HSG Krefeld. Lars Goergen (HSG Velbert) soll Kreis und Rückraum verstärken. Neben Loschinski und Christian Kruse (TuS Lintorf) kehrt mit Torhüter Mathias Piecuch (SG Ratingen) ein weiterer Mettmanner zu seinem Heimatverein zurück.

Im Kader stehen allerdings auch drei Akteure, die nur eingeschränkt eingreifen können. Denn Sören Falkenberg und Jonas Isenburg verabschieden sich Ende des Jahres im Rahmen ihres Studiums (Logistikmanagement) zu einem Auslandssemester. Ein dickes Fragezeichen steht zudem hinter Tim Schirweit. In den letzten beiden Jahren musste sich der 22-Jährige zwei Knieoperationen unterziehen und kämpft nun darum, überhaupt noch einmal auf dem Spielfeld stehen zu können.

Jürgen Tiedermann sieht den Klub nach seiner Neuausrichtung vor zwei Jahren jedenfalls auf einem guten Weg. Seither setzt der Verein wieder auf junge Spieler mit "Mettmanner Hintergrund" und Talente aus der Umgebung. Ein Unterfangen, das gelingt. "Im aktuellen Kader stehen zehn Mettmanner", unterstreicht Tiedermann, der nicht nur Trainer der ersten Herrenmannschaft ist, sondern zugleich als Sportlicher Leiter für die Erste bis Dritte tätig. Eine Trumpfkarte ist außerdem die gute Jugendarbeit. So führte Jens Leiss, der auch das zweite Herren-Team betreut, die AJugend in die Oberliga. Markus Laschet fand vom TSV Aufderhöhe den Weg zurück und trainiert nun die Dritte, die in der Bezirksliga spielt. "Einige Akteure stehen im erweiterten Kader der ersten Mannschaft und können sich durch gute Leistungen anbieten", erläutert Jürgen Tiedermann. Zugleich betont der Chefcoach des Verbandsliga-Teams: "Die Trainer der Ersten, Zweiten und Dritten sowie der A-Jugend werden in der neuen Saison noch enger zusammenarbeiten."

Mit vereinten Kräften wollen die Verantwortlichen den Verein also in höhere Handball-Sphären führen - und können dabei auch auf die Unterstützung der Zuschauer bauen. "In der letzten Saison war die Halle Herrenhaus bei vielen Partien mit bis zu 550 Zuschauern gut gefüllt", berichtet Tiedermann - ein Pfund, mit dem sich wuchern lässt.

Quelle: RP
 
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