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Erwin Weber
Die Chefetage ist wieder komplett

Mettmann. Die Freude beim SV Hilden-Ost ist groß: Endlich gibt es im geschäftsführenden Vorstand auch einen Kassenwart. Neu im Team ist der Buchhaltungsexperte Joachim Blank, den die Mitglieder auf der Jahresversammlung wählten.

Hilden Die Durststrecke des SV Ost ist beendet. Zwei Jahre war Hildens drittgrößter Verein nicht voll handlungsfähig, weil sich kein neuer Kassenwart fand. Dann trat im Dezember 2014 auch noch die 2. Vorsitzende zurück. Die Last der Verantwortung lag deshalb lange Zeit auf den Schultern des 1. Vorsitzenden Erwin Weber. Im April 2015 wählten die Mitglieder schließlich Karl Hubert zum 2. Vorsitzenden. Und seit der diesjährigen Mitgliederversammlung hat Weber mit Joachim Blank auch wieder einen Kassenwart an seiner Seite.

Wie erleichtert sind Sie, dass der geschäftsführende Vorstand endlich wieder komplett ist?

Weber Sehr erleichtert, denn die letzten zwei Jahre waren eine sehr anstrengende Zeit, auch für mich persönlich. Es war eine schwierige Zeit, weil auch die rechtlichen Dinge auszuloten waren. Da habe ich sehr eng mit der Bank und dem Rechtspfleger des Amtsgerichts zusammengearbeitet, Entscheidungen auf der Basis von Beschlüssen des Gesamtvorstands gefällt. Mit der Wahl von Karl Hubert im April 2015 als 2. Vorsitzender wurde es schon besser. Das ist ein Mensch, der anpackt - das hat das Ganze stabilisiert. Alle Mitglieder konnten dankbar sei, so eine Persönlichkeit mit Erfahrung im Sportmanagement und Kontakten aus seiner Zeit als Vorsitzender des Stadtsportbundes zu bekommen. Joachim Blank wirkt genauso. Natürlich braucht er noch etwas Zeit, um sich hineinzufinden.

Wie kam der Kontakt zu Joachim Blank zustande?

Weber Er hatte von einem Mitglied der Volleyballabteilung, für dessen Firma er die Buchhaltung macht, von unserer Suche nach einem Kassenwart erfahren und mich dann in meinem Osterurlaub auf Texel angerufen. Wir haben gemeinsam mit Karl Hubert einen Termin vereinbart, um uns kennenzulernen. In den Gesprächen haben wir gemerkt: Die Chemie stimmt. Er hatte auch ein gutes Gefühl und sich entschieden zu kandidieren. Für den Verein ist das ein Glücksfall, weil Joachim Blank als selbstständiger Bilanzbuchhalter IHK vom Rechnungswesen kommt und in der Buchhaltung Erfahrung hat. Das ist eine gute Grundlage für den Posten des Kassenwarts - nach so etwas sucht man sehr lange.

Die geplante Satzungsänderung hat sich damit erübrigt, oder?

Weber Das Amtsgericht hatte uns mitgeteilt, dass es auf Dauer nicht mit zwei Personen im Vorstand geht. Deshalb stand auch die Satzungsänderung auf der Tagesordnung, um festzulegen, dass der Vorstand dauerhaft nur aus zwei Personen bestehen muss. Mit der Wahl von Joachim Blank hatte sich der Antrag aber erledigt. Ich persönlich finde es sowieso besser mit drei Leuten im Vorstand, dann diskutiert man erheblich kontroverser und hat auch mal die Möglichkeit der Überstimmung.

Wie gestaltet sich nun die Vorstandsarbeit?

Weber Wir sind jetzt sehr gut aufgestellt. Alle drei Vorstandsmitglieder kommen von der betriebswirtschaftlichen Seite, dazu haben Karl Hubert und ich Kompetenz im Sportmanagement. Das ist sehr wichtig für die Zukunft des Vereins. In den vergangenen beiden Jahren habe ich den Verein aufgrund der Situation hauptsächlich verwaltet, jetzt aber haben wir wieder mehr Luft, die Entwicklung voranzutreiben.

Welche Ziele haben Sie?

Weber Ein wesentliches Ziel ist, die Mitgliederzahlen wieder in die Höhe zu bekommen. In der Vergangenheit haben wir aus unterschiedlichen Gründen Abteilungen wie die Wains und die Jongleure verloren. Jetzt wollen wir am 1. Juli die Abteilung Jonglage/Artistik wieder neu auflegen. Das Ganze haben wir erst als Pilotprojekt versucht, indem wir Workshops veranstaltet haben. Der nächste Schritt ist jetzt die Gründung der Abteilung. Mit Christian Meyn-Schwarze haben wir einen Leiter gefunden, der natürlich noch von den Mitgliedern bestätigt werden muss. Wir sind guten Mutes, dass wir die Abteilung in die Spur bringen und auch Leute wieder zurückkommen, die schon mal da waren. Wichtig sind dabei vor allem die handelnden Leute in der Abteilungsleitung.

Wie wollen Sie die Mitgliederzahlen weiter steigern?

Weber Wir sind immer noch drittgrößter Verein in Hilden, hatten aber schon mal 1300 Mitglieder. Da wollen wir wieder hinkommen. Wir wollen die vorhandenen Zahlen stabilisieren und in allen Bereichen ausbauen. So wollen wir die Vereinslandschaft beobachten. Vielleicht gibt es Gruppen, die wir in unseren Verein reinholen können. Oder wir können andere kleine Vereine, die Probleme in der Vorstandssuche haben, in den SV Hilden-Ost als Abteilung integrieren. Für mich ist auch die Marketing-Arbeit ein großes Thema - auch dafür habe ich jetzt wieder Luft. Wir müssen Ideen fürs Sponsoring entwickeln. Das sind die zukunftsorientierten Themen, mit denen wir uns in den nächsten Monaten beschäftigen. Es geht darum, schnellstmöglich Konzepte zu entwickeln, die auch funktionieren können.

Sie wirken frisch motiviert . . .

Weber Es macht mir erheblich mehr Freude, von der reinen Verwaltung wegzukommen und den Verein wieder weiterzuentwickeln. Natürlich ist dafür die Manpower entscheidend. Wir sind jetzt so aufgestellt, dass alle mitarbeiten, pragmatisch an die Sache herangehen und zielorientiert arbeiten.

BIRGIT SICKER FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

Quelle: RP
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