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Lokalsport
Die WM im Blick

Hilden. Die Saison beginnt gut für Florian Beste. Der Hildener Kanute qualifiziert sich im Einer-Canadier für die WM und geht im Zweier-Canadier mit seinem bewährten Partner Sören Loos an den Start. Von Birgit Sicker

Im vergangenen Jahr musste Florian Beste noch zuschauen, als sein Vereinskamerad Sören Loos im Einer-Canadier bei der Europameisterschaft startete. Für Beste fehlte seinerzeit eine Kleinigkeit an der EM-Qualifikation. Diesmal aber bewies der 19-Jährige die notwendige Nervenstärke. Denn die Entscheidung fiel erst im letzten von vier Quali-Rennen. Im Wildwasserkanal von Markkleeberg demonstrierte Beste im Finale seine Stärke, kam am Ende auf Rang fünf. "Er hat noch einmal einen ordentlichen Lauf hingelegt, ist richtig gut runtergekommen und hat sich damit den EM-Platz gesichert", stellte Mira Faber fest. Für seine Heimtrainerin ist klar: "Er hat im vergangenen Jahr eine ähnliche Situation erlebt, wollte es diesmal wiedergutmachen mit einem anderen Ausgang. Sein Vorteil war, dass er es eben schon einmal erlebt hat." Und Faber ergänzt: "Er hat das Ganze gut verarbeitet und in positive Energie umgesetzt."

Florian Beste gab sich nach dem Erfolg gelassen, betonte aber auch: "Es war mir schon sehr wichtig, noch einmal gut zu fahren und ich freue mich, dass es geklappt hat." Was war das Schwierigste? "Die Konkurrenz war wieder sehr stark, aber ich habe einfach versucht, ruhig zu bleiben und mir nicht zuviel Druck zu machen." Ein Rezept, das auch bei der Weltmeisterschaft, die vom 14. bis 17. Juli im polnischen Krakau steigt, den Erfolg bringen soll. "Mal schauen, wie ich international so klarkomme. Bei der WM will ich meine bestmögliche Leistung zeigen und ins Finale kommen, damit ich mich auch für die Europameisterschaft qualifiziere." Das WM-Finale macht der Deutsche Kanuverband zur Bedingung, weil Beste ein Kriterium in den Qualifikationsrennen nicht erfüllte: Im Canadier-Einer soll der Kanute nicht mehr als 15 Prozent hinter der Zeit des Siegers der Herren-Konkurrenz zurückliegen. "Damit möchte der Verband EM-Tourismus verhindern", formuliert es Mira Faber. Zugleich betont die U 23-Bundestrainerin: "Das ist für die Jungs etwas schwierig aber machbar. Sie bekommen eine zweite Chance, weil sie sich in der U 23 weiterentwickeln sollen." Zweifel, dass es klappt, hat sie nicht. "Flo ist vor allem im Kopf etwas lockerer geworden, kann negative Erfahrungen positiv verarbeiten." Die Europameisterschaft ist vom 25. bis 28. August im slowenischen Solkan terminiert.

Für Sören Loos reichte es nicht ganz zum WM-Start in der Einzelkonkurrenz. Im ersten Jahr bei den Herren musste der 19-Jährige etwas Lehrgeld zahlen, zollte zugleich auch der doppelten Herausforderung von Sport und Schule Tribut, da er momentan mittendrin in den Abiturprüfungen ist. "Das ist auch eine Belastung", konstatiert Faber nüchtern. Immerhin schaffte er im Zweier-Canadier gemeinsam mit Florian Beste den Sprung zu den Titelkämpfen bei WM und EM. Wie die Erfolgsaussichten des gut harmonierenden Duos sind, vermag Faber nicht zu sagen. "Der C 2 ist das letzte Mal olympisch, deshalb können wir nicht einschätzen, inwieweit die anderen Ländern das noch fördern. Wir machen es", berichtet die 30-Jährige. Und betont: "Wir müssen abwarten. Erst bei der WM werden wir sehen, wie die Chancen sind." Der Einzug in den Finallauf sollte aber auf jeden Fall möglich sein. Und auch bei der Europameisterschaft rechnen sich die beiden Hildener gute Chancen aus. Zumal das Duo des KC Hilden im vergangenen Jahr mit dem deutschen U 23Team nur ganz knapp den Gewinn der Goldmedaille verpasste.

Quelle: RP
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