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Reportage
"Drums Alive" im Techno-Takt: Trommeln für die Fitness

Mettmann. Die Trendsportart gehört seit anderthalb Jahren zum Programm des TSV Gruiten. Sie schult Konzentration, Koordination und Kondition. Von Dominique Schroller

Haan Eingängige Techno-Takte dröhnen aus der Halle des TSV Gruiten. Rund um den Mittelkreis trommelt eine Gruppe im Rhythmus auf bunte Gymnastikbälle ein. Die aufgeblasenen Kugeln ruhen auf den dünnen Metallbeinen umgedrehter Hocker. "Sonst habe ich ein Mikro, doch das ist heute draußen beim Sportplatzfest. Also muss ich lauter sprechen", ruft Barry Morley, um die Musik zu übertönen. "Gut. Beine auseinander, Brust raus, Bauch rein, und eins, zwei drei." Gleichmäßig drischt der Übungsleiter im gelben Shirt und schwarzer Sporthose mit den beiden Holzschlegeln in seinen Händen auf den Ball ein. Ein dumpfes "Klong" kommt aus dessen Innerem zurück.

Begeisterung zeichnet sich auf seinen Zügen ab, während Barry Morley die Grundbegriffe von Drums Alive vermittelt. Die Trendsportart der Amerikanerin Carrie Ekins hat der 41-Jährige vor zwei Jahren auf einer Messe entdeckt. "Diese Mischung aus Musik und Bewegung hat mich sofort fasziniert", berichtet er - und seine Augen leuchten. Der gebürtige Brite erwarb eine Übungsleiter-Lizenz und bietet das bewegte Trommeln seit anderthalb Jahren beim TSV Gruiten an. "Es hat sich langsam entwickelt, weil es niemand kannte. Inzwischen kommt eine Gruppe von knapp 20 Leuten regelmäßig."

Mit großem Elan ahmt Beatrice Römisch jede einzelne Bewegung nach. Sie verlagert das Gewicht mal auf ihr linkes, dann auf das rechte Bein, macht zwei Schritte vor, zwei zurück - und hält dabei den Schlagrhythmus ein. "Klong, Klong, Klong" tönt der Ball passend zum Techno-Takt. "Gut. Jetzt schneller. Vor, vor, rück, rück", zählt Barry Morley. Und er verschärft seinerseits das Tempo. Beatrice Römisch setzt die rasantere Schrittfolge sofort um und auf ihrem Gesicht breitet sich ein Grinsen aus. "Das macht richtig Spaß", sagt die Trainerin der Mädchen-Fußball-Mannschaft, während sie die Schlegel für einen Moment ruhen lässt.

Sie hat das spezielle Fitnessprogramm im vergangenen Jahr schon einmal ausprobiert. "Nach einer Stunde bin ich platt. Es schult Konzentration, Koordination und Kondition", betont die Workshop-Teilnehmerin. Es hat sie überrascht, was sich aus einem Hocker, einem Ball und zwei Holzsticks alles herausholen lässt: "Wenn ich samstags nicht selbst zum Training auf den Platz müsste, könnte ich mir vorstellen, das regelmäßig zu machen."

Neben ihr am Ball steht Sylvia Wieschalla. Klappernd lässt sie gerade über ihrem Kopf die Schlegel aufeinandertreffen. Dann streckt sie die Arme wieder vor und trifft die Gummikugel abwechselnd rechts und links. "Gut, oder?", fragt Beatrice Römisch in ihre Richtung. Sylvia Wieschalla nickt nur. Sie hat ihren Blick nach vorne fokussiert und verfolgt jede Bewegung des Vorturners. Sie geht langsam in die Knie, um den Ball abwechselnd rechts und links von unten zu bearbeiten.

"Die Reihenfolge genau einzuhalten, welches Bein und welche Seite dran ist, nicht zu verwechseln - das war anfangs gar nicht einfach. Doch als ich den richtigen Rhythmus gefunden hatte, war es sehr lustig und ich bin ins Schwitzen gekommen", berichtet Wieschalla. Sie hat beim Sportplatzfest des TSV Gruiten die Gelegenheit genutzt und den Sport das erste Mal ausprobiert.

Ebenfalls mit komplettem Körpereinsatz ist Stephanie Wullrich bei der Sache. In schwarzer Trainingsjacke und mit einer Kappe auf dem Kopf verlagert sie ihr Gewicht auf das rechte Bein und lässt die Schlegel auf den Ball neben sich niedersausen - dann in die andere Richtung, zurück in die Mitte und später alles von vorne. "Noch vier, drei, zwei, eins und in der Mitte bleiben", zählt Barry Morley vor. "Die Arme nach oben und einatmen, Schultern zurück und ausatmen und dehnen und Dankeschön", sagt der Übungsleiter und lässt die Schlegel auf dem Ball ruhen.

Quelle: RP
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