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Duathlon
Eine Europameisterin ist ein Zugpferd

Duathlon: Eine Europameisterin ist ein Zugpferd
Für Franziska Scheffler (Mitte, Startnummer 200), war der Mettmanner Duathlon eine Trainingseinheit mit Spaßfaktor auf dem Weg zur nächsten Europameisterschaft. FOTO: Dietrich Janicki
Mettmann. Teilnehmer und Zuschauer beim Duathlon von Mettmann-Sport freuen sich über die prominente Konkurrenz und schöpfen daraus eine extra Portion Motivation - auch wenn Franziska Scheffler letztlich das Feld von hinten aufrollt. Von Dominique Schroller

Allein unter Männern läuft Franziska Scheffler neben ihrem Rad ins Stadion an der Grundschule Gruitener Straße ein. Jubel und Rasseln begleiten sie auf ihrem Weg zum Sieg beim Mettmanner Duathlon. "Wir wussten, dass sie heute hier am Start ist, doch dass sie so rasant alle überholt, hätten wir nicht erwartet", sagt Thomas Nagel. Gemeinsam mit seiner Freundin steht er an der Strecke. "Wir feuern sie natürlich an, denn eine echte Europameisterin motiviert auch die anderen, sich mit ihr zu messen", ergänzt Shari Hoffmann und schwingt erneut ihre Rassel, bis die Spitzenathletin im schwarzen Trikot aus ihrem Blickfeld verschwunden ist.

Während Franziska Scheffler auf der Laufstrecke die letzten Kilometer absolviert, sprintet Sven Imhoff als schnellster Mann über die Ziellinie. "Es ist super gelaufen, obwohl ich mich zuletzt mehr auf das Rad konzentriert habe. Das Rennen ist sehr familiär, deshalb komme ich gerne hierher. Mit Franzi bin ich schon bei den Deutschen Meisterschaften gemeinsam gestartet und es ist schön, auch auf kleineren Veranstaltungen bekannte Gesichter zu sehen."

Als Vereinskollege bei der Hildener AT freut sich auch der Zweitplatzierte Max Köhler über den gemeinsamen Wettkampf mit der Europameisterin. "Es ist klasse, dass sie dabei ist. Das motiviert zusätzlich, denn niemand möchte sich von ihr abhängen lassen - auch wenn sie fünf Minuten später gestartet ist."

Die Hildenerin ist den Herren an der Spitze dicht auf den Fersen. Nach einer Stunde und sieben Minuten beendet sie ihren Wettkampf. "Zum ersten Mal war ich mit meinem neuen Rad unterwegs und bin sehr zufrieden", sagt die Siegerin mit einem strahlenden Lächeln. Sie genießt ihren Heimvorteil sichtlich. "Unterwegs standen an jeder Ecke Leute, die meinen Namen gerufen haben und von denen ich gar nicht wusste, dass sie mich kennen. Das ist eine tolle Motivation." Sie wäre allerdings lieber zeitgleich mit den Männern gestartet. "Dann hätte ich mehr Leute gehabt, die mich ordentlich gezogen hätten - vor allem auf der bergigen Radstrecke. Doch es war auch eine Herausforderung, das Feld von hinten aufzurollen", sagt die Europameisterin im Sprint. Für Scheffler geht es am kommenden Wochenende bei der EM in Spanien bereits um den nächsten Titel. "Auf der Kurzdistanz habe ich noch nie auf dem Treppchen gestanden und das ist mein Ziel." Die Form scheint nach dem Test in Mettmann zu stimmen. Die 25-Jährige wirkt zumindest ganz entspannt, plaudert mit ihren Vereinskollegen und posiert vor zahlreichen Handykameras.

"Sie ist herausragend und es ist eine große Ehre für uns, dass sie hier dabei ist. Hilden und Mettmann sind befreundete Vereine und das wertet den gesamten Wettkampf auf", sagt Moderatorin Gisela Reuschenbach. Sie räumt ein, dass es die Überlegung gegeben habe, die Ausnahmeathletin bei den Herren starten zu lassen. "Wir wollten sie nicht ganz so herausheben, doch so war sie viel alleine unterwegs und hat nur überholt. Wenn sie im nächsten Jahr wiederkommt, darf sie mit den Männern ins Rennen gehen. Denn die Zweitplatzierte liegt acht Minuten hinter ihr. Das sagt eigentlich alles."

Das ist Angela Minke und sie freut sich ausgelassen über Silber. "Das hätte ich nie gedacht. Wer gewinnt, war klar, und es fühlt sich richtig gut an, hinter einer Europameisterin zu stehen. Für mich ist das ein super Sonntag." Die Mettmannerin Ute Spieker freut sich ebenfalls über die prominente Konkurrentin. "Es ist ein zusätzlicher Ansporn, auch wenn ich ihr nicht das Wasser reichen kann. Auch wenn der Mettmanner Duathlon kontinuierlich gewachsen ist und sich wirklich einen Namen gemacht hat, ist es schön, jemanden wie Franziska Scheffler dabei zu haben."

Kim Schmidt wäre ebenfalls gerne angetreten, doch mit einer Achillessehnen-Reizung kann sie nur zuschauen. "Mit welcher Zeit sie hier ins Ziel kommt, ist schon faszinierend. Auf der anderen Seite finde ich es gut, dass das Feld gemischt ist und jeder mitmachen kann - auch wenn er nicht Europameister ist."

Quelle: RP
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