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Lokalsport
Erkrather Talent lässt Karate-Welt staunen

Erkrath. Der 13 Jahre alte Schüler Magnus Mesters sicherte sich durch eine starke Turnierleistung überraschend die Deutsche Vizemeisterschaft. Von Nicole Marschall

Das Ergebnis übertraf alle Erwartungen. "Das ist ein tolles Ereignis, mit dem wir nicht gerechnet haben", sagt Matthias Mesters zur Deutschen Vizemeisterschaft seines Sohnes Magnus, "Das ist das erste Mal, dass er an einem so großen Wettkampf teilgenommen hat. Normalerweise fährt man da nach den ersten vier Kämpfen nach Hause." Der 13-Jährige ist der erste Kämpfer aus der Karate-Abteilung des TuS Erkrath, der überhaupt an einer Deutschen Meisterschaft teilnehmen durfte. Dann sicherte er sich direkt den zweiten Platz.

Die Titel Erkrather Stadtmeister, Düsseldorfer Bezirksmeister und NRW-Landesmeister hatte sich der Haaner Gymnasiast bereits im Laufe des Jahres gesichert, als er jetzt zu den Deutschen Meisterschaften der Schüler nach Ludwigsburg in Baden-Württemberg reiste. Dort krönte er die Wettkampfsaison noch mit der Vizemeisterschaft in der Kategorie Kumite U 14 bis 53 Kilo.

Dabei war schon allein die Teilnahme ein unvergessliches Erlebnis für den jungen Sportler. "Das war ein viel größeres Turnier als alle, an denen ich bisher teilgenommen habe", erzählt er. Magnus erinnert sich an riesige Tribünen und einen großen Sicherheitsaufwand. Rund 600 Teilnehmer waren angereist - und allein in Magnus' Alters- und Gewichtsklasse traten 24 Kämpfer an. Aufgrund der vielen Zuschauer sei er schon ganz schön nervös gewesen, gibt der Erkrather zu. Zudem fiel ihm erst vor Ort auf, dass er seinen Knieschutz zuhause vergessen hatte. TuS-Trainer Herbert Büsing hatte zudem den Personalausweis liegen lassen, den er eigentlich zur Anmeldung gebraucht hätte.

Irgendwie lief dann alles besser als geplant und Magnus Mesters marschierte in die Endrunde. "Auf dem Weg ins Finale erzielte Magnus vier Siege in Folge", berichtet sein Vater voller Stolz. Im Finalkampf unterlag Magnus knapp mit 0:2 gegen Alexander Buchheim aus Rheinland-Pfalz.

Familiäre Unterstützung gab es nicht nur von seinen Eltern. Um den Sportler bei seinem ersten richtig großen Wettkampf vor Ort die Daumen zu drücken, hatte seine Erkrather Oma sogar die Urgroßmutter aus dem Sauerland abgeholt und war mit ihr nach Baden-Württemberg gereist. Mit diesem beeindruckenden Ergebnis hatten die beiden aber sicher nicht gerechnet.

Für dieses Jahr werden sie keine Daumen mehr drücken müssen: Der Fairplay Pokal in Köln, der letzte Wettkampf, an dem Magnus Mesters im Jahr 2016 teilnehmen wollte, wurde abgesagt. Im Januar steht dann die nächste Gürtelprüfung an - Zeit für Magnus, sich ein wenig zu erholen. "Gut, dass jetzt mal nichts kommt", sagt sein Vater, "so allmählich merkt man, dass Magnus müde wird. Nach den Deutschen Meisterschaften ist schon eine große Last von seinen Schultern gefallen."

Als große Ziele hat sich Magnus Mesters die Teilnahme an Europa- und Weltmeisterschaften vorgenommen. "Und wenn alles gut läuft, die Olympischen Spiele", fügt er vorsichtig hinzu. Realität werden könnte dieser Traum 2020 in Japan. Dann nämlich wird Karate tatsächlich eine olympische Disziplin sein.

Quelle: RP
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