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Judo
"Für Rio bin ich noch zu jung"

Mettmann. Der Judoka des TB Wülfrath arbeitet an seinem olympischen Traum. 2020 in Tokio will der Schüler auf dem Podest stehen. Bis dahin muss er noch intensiv trainieren - ein Sportinternat in Köln bietet ihm dafür gute Rahmenbedingungen.

Wülfrath Im Duell ist er hochkonzentriert, im Training zielstrebig. Judoka Maurice Püchel möchte sich in seinem Sport bis an die Spitze kämpfen und seinem Vorbild und Olympiasieger Ole Bischof nacheifern. In einem Internat in Köln bereitet sich der 17 Jahre alte Wülfrather auf eine internationale Karriere vor.

Welche Gelegenheit hatten Sie in diesem Sommer zu einer Auszeit?

Püchel Wenig. In der ersten Ferienwoche habe ich mit meiner Familie Urlaub gemacht. Doch eine richtige Auszeit war das nicht, weil die Saison gerade so richtig losgeht. Wir hatten Trainingscamps, zwei European Cups und viele Übungseinheiten. Doch das bringt der Sport mit sich. Zur Professionalität gehört auch dazu, auf Freizeit zu verzichten. Mein Ziel ist, so gut wie möglich zu sein und dafür muss ich mich anstrengen.

Wie hat sich Ihr Alltag im Sportinternat verändert?

Püchel Morgens bringt ein Bus uns zur Schule. Nach dem gemeinsamen Mittagessen erledigt jeder eigenverantwortlich seine Hausaufgaben. Anschließend gibt es eine kurze Pause, um sich mit Freunden zu treffen und dann steht das Training auf dem Programm. Die größte Umstellung war für mich, dass ich mich komplett selbst organisieren muss. Früher hat mich meine Mutter immer noch an viele Kleinigkeiten erinnert. Nun muss ich mich kontrollieren, damit ich pünktlich bei jedem Termin bin.

Was motiviert Sie, im Alltag so diszipliniert zu sein? Welches Ziel haben Sie?

Püchel Das Ziel, so gut wie möglich zu sein. Mit steigenden Ansprüchen geht das nicht mehr von alleine. Meine Motivation ist eine olympische Medaille. Noch nicht nächstes Jahr in Rio, dafür bin ich noch zu jung. Aber 2020 in Tokio. Darauf liegt mein Fokus und darauf arbeite ich hin. Wenn viele Klausuren sind, ist das auch manchmal schwierig, doch da wir in der Gruppe trainieren, richten wir uns gegenseitig auf. Gleichzeitig spornt es auch die anderen an, wenn einer einen Schritt nach vorne macht.

Was macht Sie auf der Matte besonders stark?

Püchel Im vergangenen Jahr habe ich an meiner ersten Europameisterschaft teilgenommen und Platz neun belegt. Seit dem Sprung in die U 21 und der Gewichtsklasse bis 73 Kilogramm sind jedoch noch viele Konkurrenten stärker als ich. Nach den European Cups habe ich jedoch gemerkt, dass ich besser mit meinen Gegnern zurecht komme. Im Training arbeite ich noch sehr intensiv an einer sauberen Technik, das ist mir sehr wichtig. Manchmal habe ich das Gefühl, ich muss mich im Wettkampf noch stärker konzentrieren. Wenn ich aufmerksam bin, bin ich auch gut. Denn ich möchte immer intelligent agieren und nicht mit Gewalt. Wenn etwas nicht gelingt, suche ich nach einem anderen Weg, den Gegner aus der Reserve zu locken.

Welche Etappen haben Sie sich auf dem langen Weg bis nach Tokio gesteckt?

Püchel Dieses Jahr ist die Saison fast schon gelaufen. In den Camps habe ich mich gut weiter entwickelt und möchte im nächsten Jahr um die EM-Qualifikation mitkämpfen. Technisch möchte ich mich weiter verbessern und bis Tokio möglichst viele Erfahrungen sammeln. Beim Turnier in Polen habe ich von vier Kämpfen drei gewonnen. Da konnte ich bereits einiges umsetzen, was ich mir vorgenommen hatte. Daran möchte ich anknüpfen.

DOMINIQUE SCHROLLER FÜHRTE DAS GESPRÄCH

Quelle: RP
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