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Handball
"Für uns ist das Derby ein leichtes Spiel"

Mettmann. Die Handballerinnen von Mettmann-Sport zollen derzeit ihrem großen Verletzungspech Tribut - und der TB Wülfrath hat eine weiße Weste.

METTMANN In der Frauen-Oberliga sind gerade einmal fünf Begegnungen absolviert - und wie schon in der vergangenen Saison steht jetzt das Derby zwischen den Handballerinnen von Mettmann-Sport und TB Wülfrath an. Die Tabelle spricht eine klare Sprache: Während die Wülfratherinnen verlustpunktfrei die Sicht vom Gipfel genießen, steckt ME-Sport momentan im Oberliga-Keller. In fünf Begegnungen gelang gerade einmal ein Sieg. Im vergangenen Jahr standen zur gleichen Zeit schon drei Erfolge und sechs Zähler zu Buche. Nach dem Misserfolg im Lokalduell ging es mit sechs Niederlagen und zwischendrin einem Remis bergab. Erst der Sieg über ETuS Wedau sorgte für die Wende. Sabrina Berten, Trainerin von ME-Sport, spricht über die Gründe, weshalb ihre Mannschaft schon jetzt im Kampf um den Klassenerhalt steckt.

Weshalb kommt das ME-Sport-Team nicht in Schwung?

Berten Das liegt einfach daran, dass wir nicht mit dem Kader antreten können, den wir geplant hatten. Von drei Linkshänderinnen sind wir auf null runtergegangen - da ist auch viel Verletzungspech dabei. Hart getroffen hat uns der Ausfall von Rückkehrerin Kim Spiecker, die sich gleich am Anfang der Vorbereitung einen Kreuzbandriss zugezogen hat. Dazu kam der Ausfall von Jennifer Bork. Ihr hat der Arzt geraten, wegen Veränderungen an der Halswirbelsäule kein Handball mehr zu spielen. Eine Katastrophe - die Nachricht war schon heftig, denn Jenni ist ja noch gar nicht so alt. Und kurz vor der Vorbereitung hat uns Denise Langer-Fechner mitgeteilt, dass sie eine Handballpause einlegt. Mit den Dreien sähe unser Spiel ganz anders aus. Trotzdem haben wir einen Kader von 14 Leuten. Zwar haben wir keine Linkshänderin mehr, aber drei Torhüterinnen.

Wie wollen Sie auf Dauer die Ausfälle auffangen?

Berten Es war ja ganz anders geplant. Wir haben mit Jana Bärz auch noch eine junge Spielerin aus der Jugend hochgezogen, doch die fiel ebenfalls erst einmal verletzt aus. Letztlich haben die Ärzte festgestellt, dass Knieprobleme zu ihren Hüftbeschwerden geführt haben. In den Herbstferien hat Jana nun angefangen, richtig zu trainieren. Ich hoffe, dass sie bald in die Mannschaft findet. Wir wollen sie für die Mitte aufbauen - natürlich wäre es schöner, dafür etwas mehr Zeit zu haben. Mit Alina Stockhecke haben wir einen weiteren Neuzugang, die von weiter herkommt. Alina hat bei einem Verbandsligisten in Steinhagen gespielt, ist aber beruflich hierhin versetzt worden. In ihrer Freizeit fährt sie allerdings oft nach Hause.

Jetzt kommt das Derby, und der TB Wülfrath stellt sich auch noch als Spitzenreiter im Herrenhaus vor. Können Sie eine schlagkräftige Mannschaft aufbieten?

Berten Ich hoffe, dass wir Melanie Habekost wieder einsetzen können. Sie hat seit drei bis vier Wochen Rückenprobleme. Schon beim Spiel gegen Fortuna Düsseldorf konnten wir sie nur wenig einsetzen. Maike Heidkamp kann am Kreis und auf rechtsaußen spielen, Carla Beckmann übernimmt jetzt oft den Part im rechten Rückraum, ebenso Aileen Fehlauer. Annika Thanscheidt hat gegen Fortuna schon einen guten Job auf der Mitte gemacht, ich hoffe, sie kann daran anknüpfen. Lena Wiedemann, die andere Mitte-Spielerin ist ja eingeschränkt spielfähig wegen der Schulter und auch nur noch wenige Partien dabei bis zur Operation. Deshalb hoffe ich, dass ich Annika und Jana auf der Mitte aufbauen kann. Der TB Wülfrath ist aber ganz klar favorisiert. Für uns ist das ein leichtes Spiel: Wir können einiges ausprobieren und versuchen, dagegenzuhalten. Die schweren Begegnungen kommen erst danach mit Borken und Lobberich. Das sind Mannschaften, mit denen wir uns messen müssen.

Wie gut hat die Mannschaft in den Herbstferien trainiert?

Berten Wir haben viel für die Kräftigung der Muskulatur getan - noch mehr Verletzte können wir uns nicht erlauben. Einige waren aber auch im Urlaub, und dann hatten wir auch noch die Grippewelle. Im Moment ist wirklich eine Menge Pech dabei.

Macht Ihnen der Trainerjob noch Spaß?

Berten Es läuft längst nicht ideal, aber es macht trotzdem noch Spaß. Es ist anstrengend, ganz anders, als ich es mir vorgestellt habe. Ich kann das Programm gar nicht so durchziehen, wie ich es geplant habe, weil immer wieder Spielerinnen fehlen.

Wird ME-Sport dauerhaft im Abstiegskampf stecken?

Berten Ich hoffe nicht. Die Gegner aus der unteren Tabellenregion kommen erst noch. Wenn alle fit sind und einen guten Tag haben, können wir sie schlagen. Und Anfang Januar ist auch Kim Spiecker wieder mit dabei - das ist zumindest der Plan.

DAS GESPRÄCH FÜHRTE BIRGIT SICKER.

Quelle: RP
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