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Billard
Gut gezielt!

Billard: Gut gezielt!
Hildens Thomas Wildförster (r.) ist an der Reihe, während sein Kontrahent im Sitzen auf seinen Einsatz wartet. RP-FOTO: OLAF STASCHIK FOTO: Staschik Olaf
Hilden. 2007 feierte der BC Hilden den Deutschen Titel im Mehrkampf. Jetzt steht das Billard-Team wieder an der Spitze. Von Birgit Sicker

Als Wolfgang Zenkner im Einband eine 94er-Serie hinlegte, raunten die Zuschauer und Thomas Wildförster stellte fest: "So eine Leistung sieht man nur alle paar Jahre." Mit dem glänzenden Auftritt trug der Allgäuer Zenkner seinen Teil dazu bei, dass die Mannschaft des BC Hilden im Mehrkampf die Deutsche Meisterschaft feierte. Und das ausgerechnet an den Tischen des DBC Bochum - der Erzrivale musste sich mit dem Vizetitel begnügen. Zehn Jahre ist das jetzt her. Und es war für die Hildener die Krönung einer erfolgreichen Zeit.

Danach musste der Klub aber kleine Brötchen backen. Denn nach dem Tod des Hauptsponsors Alfred Haase fehlten dem BCH die pekuniären Mittel für eine Top-Mannschaft. Wolfgang Zenkner heuerte seinerzeit ebenso wie Sven Daske und Patrick Niessen bei finanzkräftigeren Klubs an. Thomas Wildförster hingegen blieb dem BC Hilden treu. Der 63-Jährige ist in der Region verwurzelt. Als Bauingenieur geht er seinem Beruf in Erkrath nach. Seinem Hobby frönt der mehrfache Europa- und vielfache Deutsche Meister im Vereinsheim an der Richrather Straße 186 in Hilden. Und erlebte in dem vergangenen Jahrzehnt den Kampf um den Verbleib in der Bundesliga ebenso wie den steten Wettstreit um den Einzug in die Play-offs.

In dieser Saison ist aber alles irgendwie anders. Denn erstmals seit langer Zeit führen die Hildener wieder die Tabelle an. Und das mit einer bislang makellosen Bilanz. Sechs Begegnungen hat das BCH-Quartett inzwischen absolviert. Vier davon gewann es mit 8:0 - wie jetzt am Wochenende die Partie gegen den BC Grün-Weiß Wanne. Ein Gegner, der zumindest in zwei von vier Duellen starke Gegenwehr leistete. So musste sich Thomas Wildförster mächtig strecken, um die Vorgabe von Jacques de Boer im Einband zu kontern. Letztlich hatte der Hildener mit 100:71 Bällen in zehn Aufnahmen die Nase vorn. Auch Friedel Wüsthoff tat sich im Cadre 47/2 anfangs schwer, geriet in Rückstand, brachte sein Spiel gegen Thorsten Ide dann aber noch souverän mit 200:170 Bällen in neun Aufnahmen souverän zu Ende. Zuvor dominierte Markus Melerski in der Freien Partie, setzte sich gegen Jens Fischer in nur sechs Aufnahmen mit 300:21 Bällen durch. Und der Holländer Wiel van Gemert behauptete sich gegen Roland Gries im Cadre 71/2 mit 150:96 Bällen in neun Aufnahmen.

"Im Moment sieht es sehr rosig aus", sagt Thomas Wildförster angesichts der 12:0 Punkte und dem Spitzenplatz in der Tabelle. Doch der BCH-Routinier relativiert die Lage nur einen Moment später. "Wir haben zwar schon einige Stolpersteine aus dem Weg geräumt, aber gegen zwei ganz starke Mannschaften haben wir noch nicht gespielt", stellt der 63-Jährige fest. Und meint damit Titelverteidiger DBC Bochum, der zweimal unentschieden spielte, deshalb aktuell Rang zwei einnimmt, und ABC Merklinde, das mit einem Remis und zwei Niederlagen auf dem vierten Platz steht. Für die Spannung in der Liga ist es gut, dass es ausgerechnet am letzten Doppelspieltag der Hinrunde zum Vergleich mit den beiden starken Kontrahenten kommt. "Danach wissen wir, woran wir sind", gibt sich Wildförster mit Blick auf den Titelkampf noch zurückhaltend. Zumal die Hildener beide Begegnung am ersten Wochenende im Dezember an fremden Tischen bestreiten müssen. Gleichwohl haben die BCH-Akteure Selbstbewusstsein getankt. "Die Play-offs werden wir auf jeden Fall wieder erreichen", erklärt Wildförster. Spätestens da sind die Karten dann neu gemischt.

Quelle: RP
 
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