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Handball
Haaner Coach hadert mit Hallensituation

Tsv. Weil die Heimstätte an der Adlerstraße als Flüchtlingsunterkunft für den Sport gesperrt ist, gehen die Unitas-Handballer schon seit einigen Wochen auf Wanderschaft. Und die Harzproblematik ist zunehmend eine Kopfsache. Von Birgit Sicker

Aufderhöhe - DJK Unitas Haan. Den Aufstieg in die Nordrheinliga haben sich die Unitas-Handballer in dieser Saison auf die Fahne geschrieben. Auf dem Papier trennen die Haaner derzeit nur vier Punkte von Rang acht, der den Sprung in die neue Klasse verspricht. Gedanklich scheint die Mannschaft von Ronny Lasch allerdings meilenweit von ihrem Ziel entfernt. Nach zehn Begegnungen in der Oberliga stehen derzeit nur zwei Siege auf dem Konto. Zu wenig für die eigenen Erwartungen. Wenn es nach dem Trainer geht, liegt das aber nicht an den spielerischen Fertigkeiten seiner Truppe, sondern vielmehr an den äußeren Bedingungen. Denn seit Mitte Oktober ist der Haaner Klub seiner Heimstätte beraubt, weil die Sporthalle an der Adlerstraße als Erstaufnahmestation für Flüchtlinge dient.

Für Ronny Lasch ist das der wesentliche Grund, weshalb seine Mannschaft in den vergangenen acht Wochen nicht mehr allzu viel auf die Reihe bekommt. In den sechs Begegnungen seither holte die Unitas nur einen Sieg. Allerdings gab es auch in den vier Partien zuvor, als die Haaner Handball-Welt noch in Ordnung war, ebenfalls nur einen Erfolg. Training in fremden Hallen zu extrem später Abendstunde und das stets präsente Harzverbot - für Lasch sind diese Bedingungen die Wurzel allen Übels. Und deshalb sieht er auch die Aufgabe heute Abend (19.15 Uhr) in Aufderhöhe als eine besondere Herausforderung an. Dabei wäre ein Sieg über den Tabellennachbarn enorm wichtig, um den Anschluss ans Mittelfeld der Liga zu halten. "Wir versuchen, an unseren Fehlern und den Abläufen zu arbeiten, aber es ist schon recht schwierig, sich unter diesen Bedingungen auf ein Spiel vorzubereiten", stellt er fest. Und betont: "Im letzten Jahr haben wir dem Gegner unser Spiel aufgezwungen, doch jetzt können wir keinen Matchplan einstudieren, weil wir im Training nie komplett sind. Deshalb können wir nur reagieren, statt selbst zu agieren."

Optimismus sieht wahrlich anders aus. Und von einer Kampfansage ist der Unitas-Coach ebenfalls weit entfernt. Statt dessen sagt er nonchalant Sätze wie "Es gibt auch in diesem Spiel nur zwei Punkte" und "Beide Mannschaften stehen nicht da, wo sie hingehören". Auf jeden Fall rechnet Lasch mit einer spannenden Partie und erklärt: "In der engen Solinger Halle werden wieder Kleinigkeiten das Spiel entscheiden."

Dem Team macht die Niederlagenserie übrigens nichts aus. Sagt zumindest der Trainer. "Handballerisch ist es nicht perfekt, aber die Stimmung ist prächtig. Im Moment können wir eben nicht so, wie wir wollen." Wäre gut, wenn bald auch wieder die Ergebnisse stimmen. Auch wenn die Haaner ihre Würfe ohne Harzhilfe üben müssen.

Quelle: RP
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