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Lokalsport
In Wülfrath fehlt der Zusammenhalt

Mettmann. Obwohl der Tabellenletzte der Landesliga gute Spieler in seinen Reihen hat, sprechen die Ergebnisse eine deutliche Sprache: Es geht Richtung Abstieg, auch wenn der Trainer Durchhalteparolen ausgibt. Von Klaus Müller

1. FC Wülfrath - VfL Jüchen-Garzweiler. Als die 4:1-Niederlage der Wülfrather Landesliga-Fußballer gegen den VfL Benrath besiegelt war, herrsche große Niedergeschlagenheit beim Trainer-Team und bei den Spielern. Obwohl die Benrather bereits zuvor zwei Spiele - darunter auch gegen den Spitzenreiter Sportfreunde Baumberg - gewinnen konnten, hatte sich der FCW beim Traditionsverein einiges ausgerechnet. Umso deprimierender war dann die böse Klatsche, von der viele glaubten, dass sie wohl das letzte Fünkchen Hoffnung auf den Klassenerhalt hätte nehmen können.

Doch weit gefehlt. Die Wülfrather handeln nach dem Motto - "wer unten liegt muss auch aufstehen können." Mit dieser positiven Einstellung wollen die FCW-Fußballer in die Begegnung gegen Jüchen-Garzweiler gehen (Sonntag, 15 Uhr). Dass das Kommando Klassenerhalt bei 13 ausstehenden Spielen doch noch vom Erfolg gekrönt sein kann, liegt daran, dass der Tabellenletzte Wülfrath Glück gehabt hat, dass auch die anderen Teams in der Abstiegszone am Wochenende Punkte abgaben. Sechs Zähler Abstand zum Relegationsplatz (FC Remscheid) und sieben zum rettenden Ufer (SC Rellinghausen) sind zwar viel, aber mit einer Serie können diese Punkteabstände eingeholt werden.

Dies setzt aber voraus, dass sich der FCW ganz anders präsentiert, als dies zuletzt der Fall war. Nach der Winterpause wurden alle drei Spiele verloren - es wurde ein Tor geschossen und dies war ein von Yasin Sahin in Benrath verwandelter Foul-Elfmeter. Bei dieser Bilanz fällt es schwer, daran zu glauben, dass dem 1. FC Wülfrath wirklich noch der große Umschwung gelingt. Dafür hat sich die Truppe von Mesut Güngor in allen Mannschaftsteilen als schlichtweg überfordert präsentiert. Dabei sind in dem Kader Spieler, die ohne Zweifel Landesliga-Format besitzen - einige Akteure wie Bartosz Siedlarski, Martin Haschke, Michael Günther, Denis Levering, Ivan Simic, Sebastian Herweg, Engin Kizilaslan oder Hakan Sagmak haben für den FCW oder andere Vereine in der Oberliga ihr Geld verdient. Doch stehen Einzelspieler auf dem Platz - von mannschaftlicher Geschlossenheit ist kaum etwas zu erkennen. "Mir fehlt in diesem Team einfach der Leader, der eine Vorbildfunktion ausübt und die anderen Jungs mitzieht", sagt Dietmar Grabotin. Der Ex-Profi, der in Wülfrath wohnt, war in den vergangenen Spielen mehrfach Tribünengast und macht sich so seine Gedanken über seinen Heimatverein, bei dem er vor vielen Jahren als Trainer in der Oberliga tätig war.

"Wir haben in dieser Woche eine Trainingseinheit fast ausfallen lassen und in einem sehr offenen Gespräch zwischen Mannschaft und Trainerteam alle Dinge knallhart angesprochen. Da wurde wirklich Klartext geredet", betont Mesut Güngor. "Ich gehe davon aus, dass dies ein reinigendes Gewitter war." Alle hätten fest geschworen, alles zu tun, um den drohenden Abstieg der Wülferather in die Bezirksliga zu verhindern.

"Am Sonntag werden die Zuschauer einen FCW mit einem ganz andern Spirit erleben als zuletzt. Mit Einsatzbereitschaft, Kampfgeist, aber auch spielerischen Mitteln will die Mannschaft das Ruder herumreißen", betont der Wülfrather Coach entschlossen.

Quelle: RP
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