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Lokalsport
Junge Talente kämpfen gerne

Wülfrath. Die Wülfrather Stadtmeisterschaft ist für die Teilnehmer eine Art Weihnachtsfeier. Von Erdinc Özcan-Schulz

In familiärem Rahmen gingen in der Turnhalle der Lindenschule die vom TB Wülfrath durchgeführten Stadtmeisterschaften der Judoka über die Bühne. Rund 20 Kinder und Jugendliche meldeten sich zu dem offenen Wettkampf an, wobei das Gros der Teilnehmer aus den eigenen Reihen der Judoabteilung des TBW kam. "Es geht hier immer recht familiär zu. Es ist ein schöner Jahresabschluss für alle Sportler", berichtet TBW-Abteilungsleiter Roland Thömmes mit Blick auf die Theke voller Muffins und Kuchen.

Im Gegensatz zu vielen anderen Veranstaltungen wird hier nichts verkauft. Jeder kann sich bedienen und dabei die Wettkämpfe weiter verfolgen. Schließlich hat auch jeder etwas mitgebracht. "Das Engagement der Eltern ist gerade in so einer kleinen Abteilung wie bei uns enorm wichtig. Sie nehmen sehr viel auf sich", erklärt Uwe Püchel stolz. "Ohne sie könnten wir weder so eine Veranstaltung stemmen noch die ganzen anderen Projekte begleiten", stellt der TBW-Trainer fest.

Schon am Vormittag an der Waage war die Spannung groß. In sieben Dreier-Kampfgruppen wurden die Mini-Judokas dabei eingeteilt. "Es ist wichtig, dass sowohl die Leistungs- als auch die Gewichtsklassen zueinander passen", berichtet Thömmes vom schwersten Part des Tages. Dabei ergab sich, dass der fünfjährige Julian Rehm gegen die siebenjährige Viktoria Pinejder kämpfen musste. Für beide war es die erste Turnierteilnahme. "Er war sehr aufgeregt, obwohl er das nicht als ernsten Wettkampf, sondern als Weihnachtsfeier mit Kämpfen sieht", erzählt Mama Nadine Rehm von den Vorbereitungen auf Julians Premierenkampf. Daher habe ihm das auch überhaupt nichts ausgemacht, gegen Viktoria zu kämpfen und zu verlieren. Zumal ja mit Nicole Püchel, die als Bundeskampfrichterin auch die Wülfrather Wettkämpfe leitete, die Nachbarin bei ihm an der Matte stand - sie hat ihn schließlich zum Judo gebracht.

"Auch diese Erlebnisse, zu zweit auf der Matte zu stehen, kämpfen und die Niederlage zu verarbeiten, gehören beim Judo dazu", sagt Thömmes zu den Lerneffekten seiner Sportart. Julians Gegnerin Viktoria, die durch ihre Cousins zum TBW kam und schon seit einem Jahr im Training ist, wirkte hingegen völlig routiniert. "Mama hat gesagt, ich soll stark kämpfen. Deshalb habe ich stark gekämpft", begründete sie ihre simple Vorgehensweise. Mama Larissa ging nicht nur bei dem Kampf mit, sondern war auch Minuten später noch aufgeregt.

Aber auch ältere nicht mehr aktive Kämpfer schauten beim Turnier vorbei. Alexander Peters (22) zum Beispiel kam extra mit den öffentlichen Verkehrsmitteln aus Bochum in die Kalkstadt. "Hier ist ein schöner Ablauf mit guten Kämpfen und man sieht alte Weggefährten wieder", spricht der Kunststudent von einem freiwilligen Pflichtbesuch in seiner alten Heimat. Vor der Siegerehrung gab es ein gemeinsames Kuchenessen. Eben wie auf einer Weihnachtfeier - nur mit Kämpfen.

Quelle: RP
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