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Lokalsport
"Lott jonn"

Haan. Etwa 170 Drei- bis Sechsjährige machten gestern in Haan das Minisportabzeichen. Stadt und Kreis fördern mit diesem Projekt in den Kindergärten die Bewegung an der frischen Luft. Von Ilka Platzek

Auf der Sportanlage an der Hochdahler Straße 129 tummeln sich die ganz kleinen Nachwuchssportler. Acht Haaner Kitas mit circa 170 Kindern durchlaufen die einzelnen Stationen auf dem Weg zum Minisportabzeichen. In Anlehnung an das offizielle Sportabzeichen absolvieren die Kinder folgende Disziplinen: Ganz t(d)oll bewegen, ganz weit und hoch springen, ganz weit und hoch werfen, ganz schnell und lange laufen.

18 Kinder von der AWO-Kita Bollenberger Busch absolvieren die letze Etappe: 400 Meter laufen - einmal um die Sportanlage herum. Erzieherin (und Übungsleiterin) Christiane Mähler feuert sie an. Die Fünf- bis Sechsjährigen kommen alle ins Ziel. Die letzten Hand in Hand und im Schritt. "Sport wird bei uns großgeschrieben", sagt Mähler. "Einmal pro Woche joggen wir mit den Kindern und vor dem Minisportabzeichen haben wir bereits im März am Neandertallauf teilgenommen." Die AWO-Kita versucht, den Kindern viel Bewegung an der frischen Luft zu bieten. "Wir sind schon lange dabei", betont die Erzieherin.

Das Minisportabzeichen gibt es seit 2010. Das reguläre Deutsche Sportabzeichen ist ein breitensportlich orientierter Wettbewerb für Kinder ab acht Jahren. Der Kreissportbund Mettmann und die Initiative "Lott Jonn - Kindergarten in Bewegung" des Kreisgesundheitsamtes Mettmann fanden, dass auch jüngere Kinder bewegt werden sollten. Deswegen bieten sie gemeinsam das Minisportabzeichen für drei- bis sechsjährige Kindergartenkinder an. Die Initiative "Lott Jonn" gibt es bereits seit 15 Jahren. Sie verfolgt das Ziel, Kindergartenkinder alters- und entwicklungsgerecht an körperliche Aktivitäten heranzuführen.

Das scheint zu gelingen: "Ich sehe hier kein einziges dickes Kind", freut sich Herbert Raddatz, der 1. Vorsitzende des Sportverbands Haan. "Und ich sehe hier kein einziges heulendes Kind" sagt Ingrid Rössler vom Kreisgesundheitsamt in Mettmann. Erzieherinnen haben ihr berichtet, dass die Bewegung an der frischen Luft Wunder wirke bei den Kleinen: "Sie sind beschäftigt, powern sich aus und sind nachmittags ganz ausgeglichen." Gemeinsamer Sport in ganz jungen Jahren fördert nach ihren Beobachtungen "das soziale Miteinander und es stärkt die Seele durch Erfolgserlebnisse."

Das Minisportabzeichen soll den Vorschulkindern Freude an Spiel und Bewegung im Freien vermitteln. Sie können ihre körperlichen Fähigkeiten und Grenzen austesten und werden mit einer Urkunde und einer Medaille belohnt, bei der es (noch) nicht um Leistung geht. Herbert Raddatz, selbst im Rentenalter, sieht noch andere positive Nebeneffekte des Minisportabzeichens: "Unsere Sportanlage ist voll und wird regelmäßig gebucht. Was haben wir gekämpft, bis aus dem Acker, der das hier war, eine schöne Anlage wurde. Und kaum war sie fertiggestellt, wurde sie auch genutzt. Nicht nur von Sportvereinen - auch der Kreissportbund hat sie jetzt wieder gebucht."

Haans erster Sportler muss sich keine Sorgen um den Nachwuchs in den Vereinen machen. 45 Prozent der unter Sechsjährigen sind in einem der vielen Haaner Sportvereinen angemeldet, bei den Sieben- bis 14Jährigen sind bereits 80 Prozent Mitglied eines oder mehrerer Vereine. Mehr noch: "Wir haben regelmäßig Helfer geschult. 16-, 17-Jährige haben vereinsintern den Übungsleiterschein gemacht." Auch Erzieherinnen wie Christiane Mähler sind im Besitz der Zusatzqualifikation. Raddatz weiß, dass viele Übungsleiter dem Haaner Vereinssport treu bleiben und natürlich hofft er, dass viele Kinder, die schon früh an Sport und Bewegung herangeführt werden, in absehbarer Zeit ebenfalls Mitglieder in einem Sportverein werden.

Einige Städte im Kreis führen das Minisportabzeichen mittlerweile in Eigenregie mit Unterstützung durch den Kreissportbund und das Kreisgesundheitsamt durch. Auch in Haan soll es zu einer regelmäßigen Veranstaltung werden.

Quelle: RP
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