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Handball
ME-Sport punktet mit Leidenschaft

Mettmann. Im Derby der Handball-Oberliga nehmen die Mettmannerinnen Revanche für die klare Hinspiel-Niederlage in Wülfrath. TBW-Trainer Lars Faßbender macht aus der Enttäuschung über die schwache Leistung seines Teams keinen Hehl. Von Erdinc Özcan-Schulz

Mettmann-Sport - TB Wülfrath (Frauen) 27:24 (13:13). Sichtlich abgekämpft, aber glücklich nahm Sabrina Berten nach dem, wie sie es selbst zugab, unerwarteten Sieg von ME-Sport gegen den Nachbarn TB Wülfrath die Glückwünsche entgegen. Während die Spielertrainerin mit ihrer Mannschaft in der vollen Halle Herrenhaus einen ausgiebigen Freudentanz vorführte, brauchte Wülfraths Erfolgscoach Lars Faßbender einige Minuten für sich, um die Niederlage zu kommentieren. Hätte der hauptberufliche Lehrer seiner Mannschaft ein Zeugnis ausstellen müssen, hätte er wohl in den Fächern Einstellung, Leidenschaft und Kampf seinem Team die Note mangelhaft gegeben. Und vielleicht noch den Kommentar "redlich bemüht" vermerkt.

"Es hat heute die Mannschaft gewonnen, die den Sieg mehr wollte und leidenschaftlicher gekämpft hat", zollte Faßbender den Mettmannerinnen den verdienten Respekt. "Zum ersten Mal in der Saison bin ich richtig enttäuscht von meinem Team", unterstrich der Übungsleiter seinen Ärger über die aus seiner Sicht unnötige Niederlage. "Wir haben ein Handballspiel gesehen, in dem heute alle am Spiel beteiligten Parteien ein sehr schwaches Niveau gezeigt haben", schloss Faßbender auch die Schiedsrichter in seinen verbalen Rundumschlag mit ein. "Dass die Niederlage an den Schiedsrichtern lag", wollte er damit keineswegs sagen, beließ die Verantwortung bei seinem Team. Das war auch richtig so. Denn mehrfach verpassten es die Wülfratherinnen, der Partie ihren Stempel aufzudrücken.

Nur kurz, als die TBW-Handballerinnen nach anfänglichen Herantasten nach dem 6:6 (15.) plötzlich mit 6:9 (20.) hinten lagen, ließen sie ihr Potenzial aufblitzen. Eine Überzahlsituation nutzten sie mit schnellen Kontern zum 10:10-Ausgleich (24.) und gingen sogar mit 13:11 (27.) in Führung. Doch die clever agierenden ME-Sport-Handballerinnen ließen sich nicht abschütteln und egalisierten noch vor der Pause zum 13:13. "Die intensive Vorbereitung hat sich endlich mal ausgezahlt", sagte Berten, deren Taktik, mit der 5:1-Deckung die Außen offensiv herauszunehmen, voll aufging. Vorne spielten die Mettmannerinnen lange Angriffe und verhinderten zumeist einfache Ballverluste. Immer wieder gingen die Gastgeberinnen in die Nahtstellen der nicht entschlossen agierenden 6:0-Abwehr des TBW.

"Egal, wer hereinkam, es war kein Leistungsabfall bemerkbar", lobte Berten ihr Team, das sich im zweiten Durchgang auch von dem 15:17Rückstand nicht verunsichern ließ. Als Jennifer Bork auf Außen endlich ihr Visier gerichtet hatte und nach Belieben traf, war Mettmann an diesem Tag der Sieg nicht mehr zu nehmen. Ob dem MESport-Team die Aussage des Wülfrather Trainers, im Hinspiel keine Einstellung gezeigt zu haben, als Motivation diente, wollte Berten nicht groß kommentieren. "Vielleicht im Unterbewusstsein. Thematisiert haben wir es jedenfalls nicht." Die Spielertrainerin begnügte sich damit, dass die Wülfratherinnen offensichtlich denselben Fehler machten, wie ihre Mannschaft im Hinspiel. Den Kontrahenten zu unterschätzen und im Vorfeld zu glauben, die Partie bereits gewonnen zu haben, rächt sich in so einem Derby, das am Ende nicht mal mehr spannend war.

Nach dem wichtigen Erfolg gab Sabrina Berten ihre Vertragsverlängerung bekannt. Zudem präsentierte die Spielertrainerin mit Rückkehrerin Kim Spiecker den ersten Neuzugang für die nächste Saison.

Quelle: RP
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