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Lokalsport
Mit Tennis fing es an, jetzt gibt es auch Fußball

Hilden. Eine Handvoll Anhänger der gelben Filzkugel gründet vor 40 Jahren den SV Hilden-Ost. Heute ist es der drittgrößte Verein in der Itterstadt. Von Dominique Schroller

Fabio zielt genau, holt aus und schießt. Der Ball fliegt, tippt auf und rollt knapp an der Torwand vorbei. "Zweimal habe ich oben schon getroffen, unten sogar schon viermal. So schwierig ist das gar nicht", betont der Achtjährige. Er nimmt noch einmal genau Maß und diesmal fliegt der Ball genau durch das kleine Loch und landet im Netz. Die gleichaltrige Joyce nimmt unterdessen den Kampf mit der Ballmaschine auf. Die spuckt ihr im Sekundentakt kleine weiße Tischtennisbälle entgegen, die das Mädchen mit dem Schläger pariert. "Das ist gar nicht so schwierig, wie es aussieht. Wenn die Bälle da so rausgeschossen kommen und ich sie treffe - das ist toll", erzählt sie anschließend begeistert. Am Basketballkorb war sie auch schon erfolgreich, nur mit der Torwand konnte sie sich nicht anfreunden. "Da habe ich einfach nicht getroffen."

Den 40. Geburtstag des SV Hilden-Ost sollten die Gäste nicht nur mitfeiern, sie durften auch überall mitmachen. Die Volleyballer luden in der Halle zum Baggern ein, die Tennisabteilung zum Aufschlag am Netz und die Turner brachten vor allem die kleinen Besucher mit Gymnastikball und Reifen in Bewegung. "Die Resonanz war sehr gut. Besonders die Sechs- bis Zwölfjährigen waren absolut begeistert", sagte Abteilungsleiter Karl-Dieter Fischer. Er möchte gerne in den gesamten Stadtteil mehr Bewegung bringen und plant neben der Kooperation mit dem Kindergarten künftig auch eine mit der Grundschule Kalstert.

"Das Fest soll auch dazu beitragen, den Menschen hier in Hilden-Ost die vielfältigen Angebote des Vereins näher zu bringen", betonte der Vorsitzende Erwin Weber. Er bedauerte daher, dass das abteilungsübergreifende Fußballspiel mangels Beteiligung gar nicht angepfiffen werden konnte. "Das hätte den Platz noch mehr belebt." Während sich heute vieles um den Fußball dreht, stand bei der Gründung 1975 das Tennisspiel im Mittelpunkt. "Das waren damals 23 Freunde, die privat die Initiative ergriffen haben", berichtet Weber. Früh kam Gymnastik für Eltern und Kinder dazu. "Da turnten regelmäßig 60 Leute durch die Halle." Später folgten die Basketballer, Jongleure gab es auch mal. Beide Abteilungen haben sich inzwischen aufgelöst. "Es hat sich einfach niemand gefunden, der das weiterführt."

Zu Beginn des Jahres stand der Verein insgesamt vor einer Zerreißprobe, als sich kein geschäftsführender Vorstand bilden ließ. "Als wir damals im Neubaugebiet angefangen haben, war es gar kein Problem, engagierte Freiwillige zu finden. Nach drei Jahren hatten wir schon 500 Mitglieder. Das hat sich jedoch grundlegend gewandelt", berichtete Axel von der Stein. Er gehörte bei der Gründung zu den ersten Mitgliedern und war der erste Vorsitzende des Vereins. Mit 70 Jahren spielt er immer noch regelmäßig Tennis und geht auch zu den Fitnesskursen. "Im Laufe der Jahre sind intensive Freundschaften entstanden und es gibt noch immer eine große Gruppe, die sich seit 40 Jahren kennt."

In Zukunft möchte Erwin Weber die Angebote für den Kalstert noch erweitern. "Es wäre schön, wenn wir zusätzliche Abteilungen wie Radsport, Handball oder Basketball gewinnen und kleinere Vereine bei uns integrieren könnten." Gleichzeitig möchte er den Jugendlichen etwas bieten. "Sie sollen bei uns ihre Talente entdecken und einen Gemeinsinn entwickeln. Das sehe ich als wichtigen Beitrag für die gesamte Gesellschaft", betonte der Vorsitzende. Er möchte über den Jugendtreff den Nachwuchs auch vermehrt an Bewegungsangebote heranführen. "Entscheidend ist, keinen Stillstand zu erzeugen und uns als drittgrößter Verein in Hilden zu etablieren."

Mit dem Schläger in der Hand bietet nun Axel von der Stein der Ballmaschine an der Platte die Stirn. Er retourniert jede Kugel und gerät dabei schnell ins Schwitzen. "Das ist gar nicht so einfach und ziemlich anstrengend", sagt er nach wenigen Minuten außer Atem.

Quelle: RP
 
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