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Nachwuchs-Karter rasen in Wülfrath

Lokalsport: Nachwuchs-Karter rasen in Wülfrath
Die Aachenerin Laura Finders war mit dem Kart extrem schnell unterwegs - sie wurde 16. in der Klasse drei. FOTO: Janicki
Wülfrath. Der Kartsport-Club richtet erstmals die Deutsche Meisterschaft im Jugend-Kart-Slalom aus. 152 Starter sind dabei. Von Anna Mazzalupi

Es geht alles ganz schnell: Nur ein paar Sekunden, eine halbe Minute, dann befindet sich schon der nächste Fahrer auf der Strecke. An dem Kart werden noch flink die Pedale fixiert. Ein kurzer Test, ob alles passt. Hanswerner Finders drückt kurz noch die Hand seiner Tochter und wünscht ihr viel Glück. Jetzt ist Laura Finders (12) Blick konzentriert auf den Parcours. Los geht es, direkt rein in die erste Schikane, durch den Slalom, in die Kurve und dann in den zweifachen Kreis. Nur zehn Zentimeter liegen zwischen den Reifen des Motorsportfahrzeuges und den orangenen Plastikhütchen. Da ist Fahrgeschick gefragt. Für Laura ist das kein Problem. Ohne Strafzeitpunkte überquert sie die Ziellinie. Die Lichtschranke misst eine Zeit von 34.08 Sekunden - ein paar Zehntel langsamer als in der ersten Runde. Der nächste Starter lässt bereits den Motor dröhnen.

Ein wenig bedrückt schaut sie zwar, zufrieden ist Laura aber dennoch. "Mir geht es nicht so sehr ums Gewinnen. Hauptsache, es macht Spaß", sagt die erfahrene Kartfahrerin des MSC Eilendorf aus der Nähe von Aachen. Laura war eine der insgesamt 152 Starter der diesjährigen Deutschen Meisterschaften im Jugend-Kart-Slalom in Wülfrath. Fahrer und Fahrerinnen zwischen acht und 18 Jahren aus der ganzen Republik trafen sich am Paul-Ludowigs-Haus, um gegeneinander in fünf Klassen anzutreten.

Erstmals richtete der Kartsport-Club Wülfrath (KSC) das große Event der "deutschen motor sport jugend" (dmjs) aus. Eine große Aufgabe für den kleinen Verein. Erste Erfahrung habe man bereits bei der Ausrichtung der Landesmeisterschaften 2014 sammeln können, erzählt Jens Koetz, zweiter Vorsitzender des Clubs. Er zeigte sich am ersten Tag ganz zufrieden mit dem Verlauf, auch wenn sich kein Mitglied des KSC qualifizieren konnte.

"Beim Kart kann alles passieren. Erfolg und Niederlage hängen in dem Sport sehr eng beieinander. Manchmal entscheidet nur eine Zehntelsekunde", sagt Koetz. Insgesamt vier Läufe gibt es. Vier Möglichkeiten für jeden Fahrer, das Optimale aus Strecke und Fahrzeug rauszuholen. Wegen der Chancengleichheit werden die beiden Karts vom ADAC gestellt. Durch eigene Sitzschalen und zusätzlichen Pedalverlängerungen werden die unterschiedlichen Körpergrößen ausgeglichen.

Beim Abgehen der Strecke sowie dem Trainingslauf können sich die Teilnehmer mit der Strecke vertraut machen, um später Fehler und damit Strafsekunden zu vermeiden. Die Streckenposten haben die Begrenzungen genau im Auge und sehen jeden Verstoß.

Mädchen bilden bei dem Motorsport eher die Ausnahme, können aber gut mithalten. Hanswerner Finders ist mit dem 16. vom 38. Plätzen in der Klasse 3 nach dem ersten Tag zufrieden. Die Entscheidung falle erst mit dem letzten Rennen. Das Rennfahrerblut liegt in der Familie. Sohn Marco fährt ebenfalls Kart und infizierte seine jüngere Schwester mit dem Virus.

"Es ist cool und faszinierend, Kart zu fahren. Das ist ein ungewöhnlicherer Sport, den nicht jeder macht", begründet Laura ihre Leidenschaft für die PS. Zum ersten Mal konnte sie sich nun mit den Besten der Besten Deutschlands messen. "Nervös ist man immer. Aber wenn man fährt, vergisst man alles um sich herum", sagt sie.

Etwas Schwierigkeiten bereitete den Fahrern das regnerische Wetter. Aber auch das gehört dazu. "Kart ist nun mal eine Außensportart", merkt Jens Koetz an. Finanziert wird das Event durch Sponsoren und dem Erlös aus dem Catering. Rund 500 Menschen, so schätzt der KSC, fieberten bei den Wettkämpfen mit.

Quelle: RP
 
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