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Handball
Ob Handball in Haan eine Perspektive hat, ist offen

Haan. Die Haftmittelfrage in Haan entwickelt sich zu einer unendlichen Geschichte. Vielleicht mangelt es ganz einfach an der Kompromissfähigkeit. Von Birgit Sicker

Als vor einer Woche der Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport tagte, hofften die Haaner Handballer vergeblich auf eine Antwort auf die dringende Frage: Welche Perspektive hat der Handball-Sport in der Stadt Haan? Zwar stand das Thema auf der Tagesordnung, doch eine effektive Diskussion erfolgte offenbar nicht. Wieder einmal.

"Wir wollen in Verbindung mit dem Haaner TV einfach wissen, ob die Stadt leistungsbezogenen Handball fördern und unterstützen will", stellt Achim Görke, 2. Vorsitzender der Unitas Haan, fest. Dazu gehört eben auch die Nutzung von Haftmitteln in der Halle an der Adlerstraße. Zu den früheren Regionalliga-Zeiten der Unitas war das noch gang und gäbe. Damals sahen die Stadtoberen den Klub aber auch als über Haans Grenzen hinaus werbewirksames Aushängeschild an. Die Zeiten sind jedoch längst vorbei. Jetzt ist selbst der wasserlösliche Harzersatz in Verruf geraten, weil eine Haftmittelnutzung erhöhten Reinigungsaufwand zur Folge hat.

Wie hoch die Kosten tatsächlich sind? Die Frage ist seitens der Verwaltung nicht wirklich beantwortet, denn die im Raum stehende Summe von 50 000 Euro ist nur geschätzt - und nicht nachvollziehbar erklärt. In jedem Fall ist es ein Batzen Geld, der Vereine und Politiker erst einmal schlucken lässt.

Kurios wirkte auch der Umstand, dass die Unitas nach zwei Jahren ohne Probleme kurz vor der Sitzung des Ausschusses innerhalb von 17 Stunden gleich zwei Verstöße gegen die bestehende Haftmittelverordnung angekreidet bekam - und die Diskussion dieser Strafen breiten Raum im Ausschuss einnahm. Eine Antwort auf die zentrale Frage der beiden Vereine Unitas und HTV blieb aus, "weil man sich an kleinteiligen Dingen festgebissen hat", sagt Görke. Letztlich bekam die Unitas die angekündigten Strafen von 300 und 500 Euro erlassen, weil der Verursacher nicht eindeutig zu klären war. "Die Sanktionen sind vom Tisch", erklärte Jens Lemke, Vorsitzender der CDU-Ratsfraktion. Dafür vereinbarten die Parteien, dass es in Zukunft vor den Spielen gemeinsame Kontrollgänge von Vereinsverantwortlichen und dem Hausmeister gibt, um zu überprüfen, ob Verschmutzungen bereits vorher da waren.

"Wir hängen zwischen Baum und Borke", beschreibt Achim Görke die Seelenlage der Unitas-Verantwortlichen. "Auf der einen Seite werden wir bei jeglichem Fehlverhalten belangt, tragen aber das wirtschaftliche Risiko - und das trifft uns massiv in Bezug auf Sponsorengelder." Der engagierte Ehrenamtler hat aber nicht nur die Seniorenmannschaften, die in höheren Ligen auflaufen, im Blick, sondern sieht auch den Handball-Nachwuchs: "Wenn sie ihre Fähigkeiten nicht weiterentwickeln können, laufen sie weg oder kommen erst gar nicht hierher." Gerade die Oberliga-Mannschaft der Unitas bekam das im Frühjahr zu spüren, als es reihenweise Absagen von Wunschspielern gab.

"Natürlich hätten auch wir gerne eine frühere Entscheidung als darauf zu warten. Der Hauptverein trägt das mit, wenn es finanziell nicht so teuer wird", erklärt Stephan Becker, stellvertretender Leiter der Handball-Abteilung im Haaner TV. Denn schon in dieser Saison verzichtete ein Nachwuchsteam auf die Teilnahme an der Qualifikation zur Bundesliga, weil auf dieser Ebene ohne Haftmittel gar nichts geht.

"Es ist unbefriedigend", gesteht auch Jens Lemke. Der CDU-Politiker weiß um den Spagat, den es zwischen Schul- und Leistungssport zu machen gilt.

Quelle: RP
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