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Radsport
Radsportler geben in Mettmann richtig Gas

Mettmann. Im schwierigen Hauptrennen müssen viele Fahrer kräftemäßig den starken Anstiegen und vielen Kurven Tribut zollen. Von Dominique Schroller

Ein Hauch von Tour de France ist zwischen Rathaus und Würstchenstand zu spüren. Gespannt verfolgen die Zuschauer entlang der Absperrung das Finale des Radrennens Rund um Mettmann. Fünf Fahrer haben sich früh abgesetzt und das Hauptfeld bereits überrundet. Noch sechs Kilometer bis zum Sieg. Die Athleten haben das Tempo herausgenommen, stehen im Sattel, schauen sich um. "Sie taktieren. Die Führungsarbeit kostet 30 Prozent mehr Kraft", kommentiert Lutz Birkenkamp, Rennbeauftragter vom gastgebenden RV Edelweiß. "Entweder gibt es gleich noch eine Attacke am Berg oder die Entscheidung fällt im Sprint."

Zwei Runden vor dem Ziel ist die Gruppe weiter eng beisammen, passiert gemeinsam die Ziellinie, fährt Vorderrad an Hinterrad in die Kurve zur Herrenhauser Straße und verschwindet zwischen den Fassaden. Die letzte Runde. Noch immer belauern sich die Fahrer, taktieren miteinander um den eigenen Erfolg. Gemeinsam biegen sie auf die langgestreckte Zielgerade ein, treten kräftig in die Pedale, die Oberkörper flach über dem Lenker. Ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Dann löst sich ein Fahrer im weißen Trikot, lässt die Verfolger hinter sich und springt mit einem Satz und einem jubelnden "Jaa!" über die Ziellinie.

Die Anstrengung zeichnet sich noch auf seinen Zügen ab, als Aaron Grosser die Glückwünsche von Trainern und Betreuern entgegen nimmt. "Ich bin schon froh, dass ich den Cup im Sprint gewonnen habe", sagt er zwischen zwei Zügen aus der Trinkflasche. "Die Strecke ist sehr anspruchsvoll mit den Bergen und dem kräftigen Gegenwind. Doch die Form stimmt." Der 18-Jährige vom RSV Unna ist vor einer Woche in die A-Klasse aufgestiegen und bereitet sich auf seinen Start in der Bundesliga vor.

Nicht ganz glücklich steht wenige Minuten später der Vorjahressieger Johann Leimann neben ihm auf dem Podium. "Es war so geplant, früh aus dem Feld rauszufahren. Doch dass es so schnell geht, hätte ich nicht gedacht. Fast 60 Mal den Berg hoch ist schon heftig, trotzdem hatte ich gehofft, hier zu gewinnen", sagt der Fahrer von Viktoria Neheim, der sich Aaron Grosser geschlagen geben musste.

Frederik Volmerg auf Rang drei lächelt dagegen ganz entspannt. "Wir gehören alle zur NRW-Auswahl und ich bin schon stolz, dass ich da mithalten kann. 62 Kilometer sind ein kurzes Rennen, da mussten wir vom Start weg Vollgas geben. Erst als sich die Führungsgruppe gefunden hatte, ging es etwas gleichmäßiger weiter", berichtet der Fahrer vom RSC Werne sichtlich zufrieden.

Lässig über den Lenker gelehnt, hat Johannes Willm den finalen Sprint verfolgt. Der 27-Jährige vom Team Mettmann ist nach zehn Runden ausgestiegen. "Es ging sofort sehr schnell los. Wir haben versucht, den Ausreißern hinterherzufahren, das ist aber nicht gelungen. Das Niveau ist sehr hoch, es haben viele aufgegeben." Eigentlich hatte er sich vorgenommen, durchzufahren. "Doch am Anfang bin ich zu große Gänge gefahren und habe mich damit zu früh verausgabt."

Die unrhythmische Strecke mit den zahlreichen Hügeln und Kurven seien nicht ganz sein Terrain, sagt der sportliche Leiter des Teams, Jens Volkmann. "Der Johannes ist ein starker Fahrer, doch er braucht ein bisschen mehr Auslauf. Deutlich besser aufgestellt sind wir hier in der Master-Klasse. Da haben wir auf jeden Fall Chancen auf das Podest." Johannes Willm blickt bereits nach vorne auf den German Cycling Cup. "Da möchte ich am Ende des Jahres auf jeden Fall unter den besten Zehn sein und vielleicht sogar bis auf das Podest fahren."

An der Startlinie vor dem Rathaus haben sich bereits die Athleten für das Masters formiert. In ihren bunten Trikots warten sie auf den Startschuss, um sich auf ihren Weg zum Sieg zu machen.

Quelle: RP
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