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Reitsport
Rasputin gewinnt mit Leichtigkeit

Wülfrath. Reiterin Laura Blackert kann sich auf ihr Pferd verlassen. Das Paar überzeugt beim Dressur-Turnier in Wülfrath mit einer harmonischen Vorstellung. Von Dominique Schroller

Sichtlich zufrieden verließ Laura Blackert das Viereck am hingegebenen Zügel. "Das war ganz gut, glaube ich", sagte die Amazone und lobte ihren Rasputin. Ihr Gefühl sollte sie nicht trügen. Souverän siegte sie im Kurz Grand Prix beim Turnier des Reit- und Fahrvereins Wülfrath-Aprath. "Wir haben eine fehlerfreie Runde gezeigt und gerade die Piaffen und Passagen sind uns heute gut gelungen. In den Pirouetten fehlt Rasputin noch etwas die Kraft, doch er ist auch erst neun Jahre alt", kommentierte die Reiterin von der Turniergemeinschaft Hülsmann ihre Vorstellung.

Die Richter belohnten sie dafür mit 911,50 Punkten. "Das Paar hat eine sehr harmonische Prüfung gezeigt. Das Pferd verfügt über sehr viel Qualität und ist solide und korrekt ausgebildet", lobte Jürgen Jahn, Richter beim Bahnpunkt H. Ihn beeindruckten vor allem die Höchstschwierigkeiten, die Pferd und Reiterin mit viel Leichtigkeit und Ausdruck zeigten. "In den Piaffen und Passagen waren die Trabtritte gleichmäßig gut abgesetzt und hatten genügend Schwebephase - und darauf kommt es in einer solchen Prüfung an."

Gerade in den Königslektionen der schweren Dressur hatten einige Paare sichtbar Probleme. Viele Pferde kamen in der Piaffe (einer trabartigen Bewegung auf der Stelle) aus dem Takt, stockten oder traten gar zurück und ließen in der Passage die nötige Tragkraft vermissen, um die Trabtritte mit einer deutlich verlängerten Schwebephase voneinander abzusetzen. In den Piaffen zeigte auch Divino unter Vanessa Grimm Schwächen, doch mit elastischen Passagen, raumgreifenden Verstärkungen im Trab und Galopp sowie rhythmisch durchgesprungenen Pirouetten sammelte das Paar genügend Punkte, um sich auf Rang zwei zu platzieren. Vor Andreas Hubertus, der ebenfalls in den schwierigsten Lektionen überzeugte, dem mit Moccachino jedoch ein Fehler in den Galoppwechseln von Sprung zu Sprung unterlief, der wertvolle Punkte kostete.

Etwas matt wirkte Lennox unter dem Sattel von Gastgeber Martin Volmer. Der großrahmige Braune absolvierte das Grand Prix-Programm zwar gehorsam, doch es fehlten in einigen Lektionen der Schwung und die Frische für ein gutes Ergebnis. "Das Pferd war heute einfach ein bisschen müde", sagte Martin Volmer nach seinem Ritt. Er war mit der Leistung seines Wallachs dennoch zufrieden. "Er hat trotzdem gut mitgemacht und war gestern im Intermediaire I schon platziert." Zudem stellte Volmer fest: "Es war für uns insgesamt ein sehr erfolgreiches Wochenende. Mit Almelo war ich in der S-Dressur platziert und mit Lexington in seiner ersten Zwei-Sterne-M-Dressur Dritter. Unsere Bereiterin Nicole Wego hat gewonnen und meine Tochter Helena war Neunte."

Das hohe Niveau lobte auch Jürgen Jahn. "Wir haben sehr viele gute Ritte gesehen. Nicht nur im Grand Prix war das Starterfeld sehr gut. Es hätten mehr Zuschauer sein können, doch einige sind sicher nach Aachen gefahren. Und das Wetter hat die Veranstalter etwas im Stich gelassen." Trotz des Regens seien die Bedingungen gut gewesen, betonte die Siegerin. "Allerdings hatte ich das Glück, im Trockenen zu reiten", räumte sie ein. Der Nachteil, als Erste ins Viereck zu müssen, war für sie ein Vorteil.

Quelle: RP
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