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Tanzsport
Regionalliga-Aufsteiger sucht eine Turnierhalle

Hilden. Weil es den Tänzern der TSG Blau-Weiß Hilden an einer geeigneten Heimstätte fehlt, können sie in der neuen Liga kein Turnier ausrichten. Von Lars Mader

Im September wollen sich die Tanzcoaches der Lateinformationen, die in der Regionalliga um den Aufstieg in die 2. Bundesliga tanzen, zusammensetzen. Dann werden die von den Beteiligten mit Hochspannung erwarteten Turniere der kommenden Saison terminiert. Nach dem umjubelten Aufstieg aus der Oberliga sind auch die Hildener Erfolgstrainer Tanja Mielke und Alexander Bernard dabei. An einen Heimauftritt für ihre TSG Blau-Weiß glaubt Mielke allerdings nicht: "Wir würden gerne ein eigenes Turnier ausrichten, nur wurde uns leider noch keine passende Halle zur Verfügung gestellt."

Neben einer großen Tanzfläche und einer Zuschauertribüne müssen mindestens acht Teamräume zum Umkleiden zur Verfügung stehen. Die Stadthalle bietet sich daher nur sehr bedingt an. Lateinformationstanz ist eben ein sehr raumgreifender Sport. Nachdem die Aula am Wiedenhof nicht mehr nutzbar ist, dient die Halle am Elbsee derzeit als Trainingsheimstätte. Doch die Grundschulhalle erwies sich als zu klein. "Wenn wir für eine Choreographie Bilder bauen, kann hier nicht alles ausgetanzt werden", erklärt Mielke. Ab und an ergattern die Tänzer Zeiten in der Halle an der Schützenstraße, die die optimale Größe besitzt. Die Suche nach einem eigenen Vereinsheim geht derweil weiter.

Für die Reihen der Tanzsportgemeinschaft besteht nach einigen Abgängen zum Saisonende nun die Chance, die A-Formation mit frischen Kräften zu verstärken. So hofft es Mielke mit sonniger Zuversicht: "Ansonsten müssten wir zaubern. Aber das wäre ja nicht das erste Mal." Zum Team gehören weiterhin bewährte Stammtänzer wie Maximilian Goertz, der einst die Idee zur Gründung der Formation hatte, oder die vom Aufstiegserfolg selbst überraschte Sabrina Schepers sowie die hochambitionierten Teenager Jana und Nina. Beide haben im Alter von vier Jahren beim Hildener Kindertanzen begonnen und finden sich nun zehn Jahre später in der dritthöchsten deutschen Tanzliga wieder.

Mit der Hinzunahme von Pirouetten stellt die Choreographie neue Herausforderungen. "Es ist ein ungeschriebenes Gesetz, dass so etwas nun auch getanzt werden muss", sagt Mielke. Eine weitere Schwierigkeit sei das schwindelschnelle Roundabout, bei dem die Damen auf einem Fuß balancieren. Die Trainerin mahnt: "Der Sprung von der Oberliga in die Regionalliga ist schon ein sehr hoher!" Zwei- bis dreimal trainieren die Tänzer nun wöchentlich - neben der klassischen Tanztechnik auch Ballett, Fitness und Poledance, und alles neben Schule, Studium und Beruf.

Dem Trainerduo ist bewusst, wie schwer es heute ist, eine Mannschaft dauerhaft zusammenzuhalten. Daher versuchen sie, eine zweite Formation für den Nachwuchs in der Landesliga zu etablieren. Zum Kennenlernen boten sie zwei offene Trainings an und fünf Neulinge sind tatsächlich erschienen. Eine von ihnen ist Jacqueline Stockhammer: "Mein Arbeitskollege, der hier mittanzt, hat mich gefragt, ob ich nicht Lust hätte, das Formationstanzen auszuprobieren." Bis auf ein dreimonatiges Jazzdance-Training verfügt sie über keine Vorkenntnisse. Doch zwei entscheidende Voraussetzungen - Talent und Motivation - bringt sie mit. Zunächst gab es als Einstieg und Basisaufwärmübung einige Runden Rumba-Walks, getänzelte Drei-Schritt-Folgen, und schon war der richtige Rhythmus gefunden.

Nebenbei erzählt Mielke, wie die Hildener Tänzer mit Interesse vor zwei Monaten den zum Teil in Hilden gedrehten Tatort "Ein Fuß kommt selten allein" geschaut haben, bei dem die Münsteraner Ermittler Boerne und Thiel in die Tanzszene eintauchten. Die beteiligte Tanzgruppe wurde von der Brühler Lateinformation gespielt, die den Hildenern als direkte Konkurrenten gut bekannt sind, berichtet Mielke: "Vor zwei Jahren haben die sich beim Aufstiegsturnier knapp gegen uns durchsetzen können." Inzwischen sind die Brühler wieder abgestiegen. So geht es beim Tanzen eben mal einen Schritt zurück und mal zwei Schritte vor.

Quelle: RP
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