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Lokalsport
Reicht ein Tennis-Club in Wülfrath?

Wülfrath. Der TC Ford und der TC Blau-Weiss sind gute Nachbarn. Manche wünschen sich eine Fusion, andere zögern. Von Erdinc Özcan-Schulz

Auf den ersten Blick können Beobachter von außen nicht erkennen, ob es sich bei den Wülfrather Tennisclubs TC Ford und TC Blau-Weiss um Partner oder Rivalen handelt. Obwohl beide Vereine einige Spielgemeinschaften bilden und dem Nachbarn erlauben, auf der eigenen Anlage zu spielen, bleibt es am Ende des Tages bei der Nachbarschaft. Kann sich eine Stadt wie Wülfrath in Zeiten steigender Kosten, rückläufiger Mitgliederzahlen sowie immer geringer werdender Förder- und Sponsorenmittel überhaupt zwei Tennisclubs leisten? "Zumindest auf lange Sicht wird es sicher eine Fusion geben. Wir haben ja jetzt schon ein sehr partnerschaftliches Verhältnis", antwortet Jürgen Trappmann von Blau-Weiss. Der Zweite Vorsitzende glaubt allerdings nicht, derzeit drei Viertel der Mitglieder für eine Fusion hinter sich zu haben. "Bei einer Fusion würde wohl eine Anlage aufgegeben werden müssen", sagt der 74-Jährige, der genau darin das Problem sieht: "Mittlerweile sind viele überzeugt, aber keiner will den Heimatverein oder die Anlage aufgeben."

Der Blau-Weiss-Vorsitzende Volker Bremkamp und Ford-Chef Siegmund Richter haben sich für die Zeit nach den Sommerferien zu losen Ideenfindungen verabredet. Dabei hat Richter die etwas vorsichtigere Herangehensweise: "Es gibt im Moment keinen Grund, etwas mit aller Macht zu forcieren", betont der Familienvater. Auf der anderen Seite glaubt er ebenfalls, dass in Zukunft mit Sicherheit vieles weiter zusammenwächst. In beiden Lagern muss seiner Ansicht nach wohl die erste Generation der Mitglieder überzeugt werden. "Bei denen ist natürlich noch Herzblut dabei", erklärt Richter. Er hat Verständnis und Respekt für die älteren Mitglieder, die teilweise seit der Gründung im Verein sind. Ihm ist es wichtig, dass zunächst die aktuell gute Zusammenarbeit weitergeht.

Einer, in dessen Brust zwei Herzen schlagen, ist Christian Huning. Der Vorsitzende des Stadtsportverbandes und Sportwart des TC Ford hat seine Jugend bei Blau-Weiss verbracht, ehe er später als Trainer und Spieler zu Ford wechselte. In einer Fusion sieht er nur Vorteile für alle: "Wir könnten den Tennissport in 30 Jahren sichern und Projekte wie einen neue gemeinsame Halle mit mehreren Funktionen wie Reha und Konzertmöglichkeiten angehen", findet Huning. Auch für den Leistungsgedanken und die Jugendförderung sieht er über eine Verschmelzung bessere Chancen: "Momentan geht es doch beiden Vereinen gut. Daher wäre es eine Fusion der Vernunft auf Augenhöhe. So muss es auch sein - und nicht etwa eine Notfusion."

Obwohl der Lokalderby-Charakter der einzelnen Mannschaften bei den Medenspielen für die bisweilen durchaus gewünschte sportliche Brisanz sorgt, beteuern alle Beteiligten, dass die gemischten Teams ideal funktionieren. Das ist dann vermutlich doch der erste Schritt zu der von manchen ersehnten Fusion und dem Traum vom Spitzentennis in der Kalkstadt.

Quelle: RP
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